Traditionsunternehmen
Autozulieferer Julius Schüle Druckguss GmbH insolvent
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Mehr Großinsolvenzen in Deutschland
Videoclip • 01:12 Min • Ab 12
Nach 75 Jahren kämpft die Julius Schüle Druckguss GmbH aus Schwäbisch Gmünd um ihre Zukunft. Das Unternehmen hat ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. So soll es weitergehen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Julius Schüle Druckguss GmbH aus Schwäbisch Gmünd befindet sich in einem Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung.
Von den rund 680 Beschäftigten der Gruppe arbeiten 152 am Stammsitz.
Das Traditionsunternehmen nennt mehrere Gründe für den drastischen Schritt.
Der Autozulieferer Julius Schüle Druckguss GmbH aus Schwäbisch Gmünd hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Aalen ordnete am 18. September 2026 ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung an. Betroffen ist laut "Bild" ausschließlich die deutsche Muttergesellschaft. Die Tochterunternehmen in Polen und der Slowakei haben keinen Insolvenzantrag gestellt.
Die Unternehmensgruppe beschäftigt rund 680 Mitarbeiter:innen, davon arbeiten 152 am Stammsitz in Schwäbisch Gmünd. Für sie sind die Löhne und Gehälter nach Unternehmensangaben bis Ende November über Insolvenzgeld abgesichert. Der Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens weiterlaufen.
Auch in den News:
Investorensuche soll Sanierung von Julius Schüle Druckguss ermöglichen
Die Geschäftsführung wird im Verfahren vom Sanierungsexperten Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger als Generalbevollmächtigtem unterstützt. Er sagte "Bild": "Das Unternehmen ist personell und technisch sehr gut aufgestellt, agiert jedoch derzeit in sehr schwierigen Märkten."
Ziel sei es, rasch einen Investor zu finden. Mucha erklärte weiter: "Um das Verfahren erfolgreich zu gestalten, benötigen wir die Unterstützung aller Beteiligten. Wir werden zeitnah die Suche nach einem geeigneten Investor aufnehmen."
Das Familienunternehmen wurde 1951 gegründet. Es produziert hochkomplexe Aluminium-Druckgussteile für die Automobilindustrie, für Heizungssysteme und seit 2025 auch für die Medizintechnik. Im vergangenen Jahr erzielte die Gruppe einen Umsatz von 110,9 Millionen Euro.
Konkurrenz und sinkende Margen belasten Autozulieferer
Als Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen den wachsenden Wettbewerb aus Niedriglohnländern, Überkapazitäten im Markt sowie sinkende Mengen und Margen im Automobilgeschäft.
Julius Schüle ist damit ein weiterer Zulieferer, der unter dem Druck in der deutschen Autobranche leidet. Auch die Paragon AG in Nordrhein-Westfalen musste Anfang September Insolvenzanträge stellen. Dort sind mehr als 500 Beschäftigte in sechs deutschen Werken betroffen. Zudem geriet der Stahlrohrhersteller Prinz & Co. aus Nordrhein-Westfalen laut Bericht in eine wirtschaftliche Schieflage; dort stehen 310 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Verwendete Quellen:
Bild: "Deutscher Autozulieferer meldet Insolvenz an"
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