Experte klärt auf

Erdbeben erschüttert Massing: Einer der höchsten Werte in Bayern jemals

Veröffentlicht:

von Marie-Finn Bruker

:newstime

Erdbeben in Indonesien: Dutzende Tote (15. August)

Videoclip • 01:36 Min • Ab 12


Ein ungewöhnlich starkes Erdbeben erschütterte Niederbayern – der gemessene Magnitudenwert ist einer der höchsten der Region jemals. Warum die Bewohner:innen vor Ort trotzdem wohl kaum etwas gespürt haben.

Bei Massing in Niederbayern bebte am Mittwoch (23. September) die Erde. Das hatte der Erdbebendienst, der als Teil der Ludwig-Maximilians-Universität in München die Bewegungen der Erde des Bundeslandes beobachtet, gemeldet. Obwohl die Erschütterung nur eine vergleichsweise geringe Magnitude von 2,6 erreichte, ist es der offiziellen Tabelle zufolge einer der höchsten Werte, die in den vergangenen Jahren in Bayern registriert wurden.

Auch in den News:

Was bedeutet die Stärke 2,6?

Wie Tobias Megies, Mitarbeiter des Erdbebendiensts Bayern, der "Passauer Neuen Presse" (PNP) erklärte, dürften die Menschen in der betroffenen Kleinstadt nordöstlich von München allerdings nicht allzu viel von dem Erdbeben gespürt haben. Das verdeutlicht auch die Einstufung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), welches Magnituden von zwei bis drei als "in der Regel nur messbar, nicht spürbar" angibt.

Wie Megies gegenüber PNP erklärt, sei für die Messung eines Bebens nicht allein die Magnitude, also die Intensität respektive das Maß der freigesetzten Energie, sondern auch die Tiefe relevant. Bei dem Beben in Bayern sei der sogenannte Erdbebenherd mit etwa 20 Kilometern unter der Erdoberfläche sogar vergleichsweise tief gewesen.


Erst vor Kurzem hatten Messungen in der Gegend um Bad Reichenhall ein Beben zwischen 1,7 und 1,8 registriert. Gerade in dieser Region seien Erdbeben relativ häufig, so Joachim Wassermann, der die Seismologie-Abteilung des zugehörigen Geophysikalischen Observatoriums leitet. Dort hatten die Seismographen etwa 100 Beben registriert. Allerdings seien nur wenige darunter für die Menschen zu spüren gewesen.

Eines der stärksten Beben der vergangenen Jahre ereignete sich im April 2008 – ebenfalls in der Nähe von Bad Reichenhall am Thumsee. Damals wurde eine Stärke von 3,4 aufgezeichnet.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

DRK: "Katastrophen: Erdbeben – Entstehung und Folgen"

Mehr entdecken