Newsom schießt zurück
Trump zum Iran-Krieg: "Sollen sie doch L.A. zerstören" – Gouverneur nennt ihn "geistesgestört"
Veröffentlicht:
von Christopher Schmitt:newstime
Trump schickt weiteren Flugzeugträger nach Nahost (2. Oktober)
Videoclip • 01:06 Min • Ab 12
Mit einem Skandal bei einer Wahlkampf-Rede sorgt Donald Trump für Aufsehen. Sein betont sorgloser Spruch über eine mögliche Zerstörung von Los Angeles und San Diego bleibt nicht unbeantwortet.
Das Wichtigste in Kürze
US-Präsident Trump hat in einer Wahlkampf-Rede über eine mögliche nukleare Bewaffnung des Irans gesagt, dieser "solle doch" L.A. und San Diego zerstören.
Kaliforniens Gouverneur Glan Newsom bezeichnete die Aussage als "gefährlich" und "geistesgestört".
Auf die Kritik reagierte nun das Weiße Haus, welches den Vorfall herunterspielt.
Donald Trump hat mit einer Aussage zum Iran-Krieg erneut für Entsetzen unter politischen Gegner:innen gesorgt – wohl insbesondere in den zwei größten Städten Kaliforniens. Auf einer Wahlkampf-Veranstaltung am Montag (5. Oktober) in Grand Island, Nebraska, sagte der US-Präsident zur theoretischen Möglichkeit, dass Teheran eine nukleare Waffe entwickeln würde: "Sie können eine Stadt zerstören. Sollen sie doch Los Angeles zerstören, sollen sie doch San Diego zerstören." Dies sei "ein sehr kleiner Preis".
Trump fügte an, der Krieg werde bald vorbei sein, im Grunde sei er schon fast beendet. Vielleicht ziehe der Iran die Kampfhandlungen noch etwas in die Länge. Zur Widerstandsfähigkeit der Islamischen Republik sagte der Republikaner: "Wisst ihr, man sagt ja immer, sie hätten eine hohe Schmerzgrenze. Die brauchen sie auch. Ich sage Ihnen, die brauchen sie."
Auch in den News:
Kaliforniens Gouverneur: "gefährlich"
Trumps Provokation wollte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom – ohnehin einer der schärfsten politischen Kritiker:innen des US-Präsidenten – nicht unkommentiert stehen lassen. Als "geistesgestört und gefährlich" bezeichnete der US-Demokrat Trumps Aussage auf Social Media. Dem Republikaner warf er vor, Angriffe auf Millionen Einwohner:innen von zwei der größten Städte der Vereinigten Staaten zu befürworten.
"Nachdem er die Nationalgarde entsandt hat, um Kalifornien zu besetzen, sagt Donald Trump nun, unsere ausländischen Feinde sollten Los Angeles und San Diego 'auslöschen'", schrieb der Gouverneur in seinem Beitrag. Später fügte er noch einen Post hinzu, in dem er das Schweigen von Vizepräsident JD Vance sowie Außenminister Marco Rubio als "ohrenbetäubend" bezeichnete – wohl mit Blick auf Trumps Aussagen zu L.A. sowie San Diego.
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Bürgermeister: San Diego ist "kein Kollateralschaden"
Einem Bericht des US-Mediums "The Hill" zufolge schlossen sich kalifornische Amtsträger:innen ihrem Gouverneur an – und verurteilten Trumps Aussage. Der Bürgermeister von San Diego, Todd Gloria (D), stellte in einem Social-Media Beitrag klar, dass seine Stadt "kein Kollateralschaden" sei.
Weißes Haus reagiert auf Kritik
In einer Erklärung vom Dienstag (6. Oktober) widersprach Steven Cheung, Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, dieser Darstellung der Äußerungen des Präsidenten und sprach von einer "Hysterie der Medien". Diese Hysterie entbehre jeder Grundlage, schrieb Cheung auf Social Media.
Trump habe "klar zum Ausdruck gebracht, dass US-Städte bedroht gewesen wären, wenn ein nuklear bewaffneter Iran nicht gestoppt worden wäre", so Cheung. "Amerika ist dank des Präsidenten sicherer. Der Iran hat weder Atomwaffen noch eine Marine, noch eine Luftwaffe und auch kein Geld."
Verwendete Quellen:
The Hill: "Newsom rips Trump for saying Iran can 'take out' LA and San Diego"
Focus: "Trump über Iran-Angriffe: 'Sollen sie doch L.A. zerstören'"
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