Konstante Produktion
Trigema-Patriarch Wolfgang Grupp: Ohne diese Strategie wäre er "längst pleite"
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von dpa:newstime
Trigema-Chef bereut Hertha-Sponsoring (14. April)
Videoclip • 54 Sek • Ab 12
Volle Lager statt Produktionsstopp: Wolfgang Grupp erklärt, warum er auch in schwierigen Zeiten nicht auf politische Hilfe setzt – und welche Risiken er dabei eingeht.
Das Wichtigste in Kürze
Der Trigema-Patriarch erklärt, auch in Krisenzeiten müssten Unternehmen ihre Probleme selbst lösen.
Auch in schlechten Zeiten würde Trigema voll produzieren – für volle Lager in der Zukunft.
Dafür fordert Grupp Erleichterungen für die Unternehmen: Wer voll hafte, solle steuerlich deutlich entlastet werden.
Der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp setzt weiterhin auf unternehmerische Eigenverantwortung statt politischer Hilfe. "Wenn ich warten muss, bis die Politik mir den Weg ebnet, dann bin ich längst pleite", sagte der 84-Jährige im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Unternehmer:innen müssten ihre Probleme selbst lösen – auch in Krisenzeiten. Schwankungen gehörten zum Geschäftsleben dazu: "Das hat es immer gegeben. Es gab immer Höhen und Tiefen." Auch aktuell spüre sein Unternehmen eine Konsumflaute, "da verkaufen wir weniger, klar".
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So geht der Unternehmer mit Krisen um
Die Trigema-Strategie: volle Produktion – auch auf Risiko und damit auf Lager. "Ich sehe nicht ein, dass wir Löhne bezahlen und die Mitarbeiter nicht ausgelastet sind", sagte Grupp. Deshalb habe er auch in schwachen Phasen stets voll produziert, notfalls auf Lager. "Dann sind wir in guten Zeiten froh, dass wir auf ein volles Lager zurückgreifen können."
Ein Zurückfahren der Produktion komme für ihn nicht infrage: Fixkosten liefen weiter, und ohne Lager fehle die Ware für bessere Zeiten. "Bei uns gab es 55 Jahre immer volle Produktion", betonte Grupp. Mitarbeiter:innen hätten Krisen dadurch oft gar nicht gespürt.
Zugleich warnt er vor Übermut in Boomphasen. Entscheidend sei, in guten Zeiten nicht "größenwahnsinnig" zu werden und Kapazitäten aufzubauen, die sich später nicht auslasten lassen.
Kritisch äußerte sich Grupp über Unternehmensstrukturen in Deutschland. "Neugründungen werden nur noch als GmbH gemacht." Damit sei eine Insolvenz problemlos für die Unternehmer:innen. Wer voll hafte, solle steuerlich deutlich entlastet werden, forderte er. "Dann sind die Entscheidungen vernünftiger, überlegter und verantwortungsvoller."
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