"Feuert ihn!"

WLAN, Kosten, Egos: Warum der Starlink-Streit zwischen Musk und Ryanair-Chef entgleist

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

Rynair-Chef Michael O'Leary bezeichnet Elon Musk als Idiot.

Bild: Depositphotos


Elon Musk und Ryanair-Chef Michael O’Leary liefern sich einen öffentlichen Schlagabtausch über den Einsatz von Starlink an Bord. Streitpunkt sind Kosten durch höheren Treibstoffverbrauch – und gegenseitige Beleidigungen als 'Idiot'.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ryanair-Chef Michael O’Leary lehnt Starlink wegen zusätzlicher Antenne, geschätzten zwei Prozent mehr Treibstoffverbrauch und Mehrkosten von bis zu 250 Millionen Dollar im Jahr ab.

  • Elon Musk kontert auf X, O’Leary habe die Berechnungen um den Faktor zehn falsch angesetzt, nennt ihn einen "kompletten Idioten" und fordert: "Feuert diesen Schwachkopf."

  • Im Streit über Bord-WLAN wird auch über die "Kloake" X, Musks Rolle bei Donald Trump und O’Learys Forderung nach dem Ende anonymer Social-Media-Nutzung gestritten.

Zwischen Elon Musk und Ryanair-Chef Michael O’Leary ist ein heftiger Streit über den Einsatz von Musks Satelliteninternet "Starlink" bei der Billig-Airline entbrannt. In Interviews und auf X nennen sich beide "Idiot" – und Musk spielt sogar mit dem Gedanken, Ryanair zu kaufen.

Auslöser ist die Entscheidung von Ryanair, Starlink nicht in die mehr als 600 Boeing 737 der Flotte einzubauen. O’Leary sagte im irischen Radiosender Newstalk, man solle Musk "überhaupt keine Beachtung schenken", er sei "ein Idiot – sehr reich, aber trotzdem ein Idiot", und spottete, was Musk über Flüge und Luftwiderstand wisse, "wäre gleich null".

Laut O’Leary hat Boeing bestätigt, dass für Starlink eine Antenne auf dem Flugzeugdach nötig wäre, die etwa "zwei Prozent mehr Treibstoffwiderstand" verursache, bei einer jährlichen Treibstoffrechnung von rund fünf Milliarden Dollar entspräche das "etwa 200 bis 250 Millionen Dollar im Jahr", also ungefähr "einem zusätzlichen Dollar für jeden Passagier". Das könne Ryanair nicht tragen, und "Passagiere werden nicht einen Euro zahlen, um das Internet zu nutzen" – wenn WLAN gratis sei, nutzten sie es, aber zahlen wollten sie nicht. Musk wirft O’Leary dagegen vor, die Treibstoffwirkung um den Faktor zehn zu überschätzen, und argumentiert, bei einstündigen Flügen sei der zusätzliche Luftwiderstand "im Grunde null" und kaum messbar.


"Feuert diesen Schwachkopf" – Musks Gegenangriff

Auf X reagierte Musk mit persönlichen Angriffen. Er schrieb, der CEO von Ryanair sei "ein kompletter Idiot" und forderte: "Entlasst ihn." O’Leary habe "die Berechnung der Treibstoffauswirkungen um den Faktor zehn falsch berechnet" und weigere sich, "sich entweder physikalisch basierte Berechnungen oder gemessene Treibstoffverbräuche für 737-Maschinen anzusehen, die mit Starlink fliegen", deshalb solle man "diesen Schwachkopf feuern". Ein Nutzer schlug Musk vor, Ryanair einfach zu kaufen und O’Leary selbst zu entlassen – Musk antwortete kurz: "Gute Idee." Auf einen weiteren Schlagabtausch hin fragte er süffisant, ob er "Ryanair kaufen und jemanden, der tatsächlich Ryan heißt, mit der Leitung beauftragen" solle.

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Auch der offizielle Ryanair-Account mischte mit und stichelte nach einem Ausfall von Musks Plattform X, vielleicht brauche Elon Musk selbst WLAN. Der Tech-Milliardär konterte erneut mit der Andeutung eines möglichen Kaufs der Airline. Ob es sich dabei um ernsthafte Pläne oder reines Säbelrasseln handelt, bleibt offen – klar ist vor allem, dass der Ton zwischen beiden Lager immer schärfer wird.

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O’Leary schießt gegen X und fordert Ende der Anonymität

O’Leary nutzte das Interview zudem für eine Generalabrechnung mit Musks Plattform. Er nannte X eine "Kloake der sozialen Medien" und sagte, er sei "zum Glück" zu alt für eigene Social-Media-Accounts. Musk sei "der Typ, der dafür eintrat, Donald Trump ins Amt zu bringen", deshalb würde er "Musk keinerlei Aufmerksamkeit schenken".

Zugleich forderte O’Leary, Regierungen sollten die Anonymität in sozialen Netzwerken beenden: "Jede:r in den sozialen Medien sollte dort mit seinem eigenen Namen unterwegs sein", denn die Anonymität ermögliche "Pädophilen und allen anderen Arten von Abweichler:innen", dort zu agieren. Es sei ihm "ein Rätsel, warum irgendeine gewählte Regierung Anonymität in sozialen Medien zulässt".


Verwendete Quellen:

ntv: "Elon Musk und Ryanair-Chef beleidigen sich gegenseitig als "Idiot""

Newstalk: "Michael O’Leary calls Musk an 'idiot' and tells people 'pay him no attention'"

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