Steigende Netzentgelte

Verivox-Berechnung: Strom und Gas werden teurer 2027

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


Netzentgelte machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Zum Jahreswechsel steigen sie bundesweit. Aber nicht in allen Bundesländern hat das die gleiche Wirkung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Vergleichsportal Verivox erwartet im kommenden Jahr steigende Strom- und Gaspreise.

  • Grund sind steigende Netzentgelte, aber auch gestiegene Großhandelspreise bei Gas.

  • Die regionalen Unterschiede dürften allerdings groß ausfallen.

Die regionalen Unterschiede sind groß: Im Schnitt aber müssen private Haushalte im kommenden Jahr mit leicht steigenden Netzentgelten bei Strom und Gas rechnen. Das geht aus Berechnungen des Vergleichsportals Verivox hervor. Es hat sich dafür die bisher veröffentlichten Daten der Verteilnetzbetreiber angeschaut.

Ob der Strompreis am Ende steigt, hängt demnach davon ab, inwiefern Versorger gestiegene Beschaffungskosten noch kompensieren können. Bei Gas rechnet Verivox dagegen wegen gestiegener Großhandelspreise infolge des Iran-Kriegs insgesamt mit steigenden Preisen.

Netzentgelte bei Strom

Zum Jahreswechsel steigen die Stromnetzentgelte nach den Berechnungen bundesweit um durchschnittlich 1,9 Prozent. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeute das rein rechnerisch Mehrkosten von rund 8 Euro brutto, so Verivox.

Während die Stromnetzentgelte in den alten Bundesländern durchschnittlich um 10 Euro steigen, gehen sie in den neuen Bundesländern allerdings um durchschnittlich 3 Euro zurück. Am stärksten steigen demnach die Netzgebühren in Hamburg. "Wie hoch die Netzgebühren ausfallen, hängt auch von den Kosten für den Ausbau und Betrieb der regionalen Stromnetze ab", so Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. "Seit 2025 werden zudem Regionen entlastet, in denen besonders viel Wind- und Solarstrom erzeugt wird."

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Netzentgelte für Gas

Die Gasnetzentgelte steigen laut dem Portal 2027 im Bundesschnitt um rund 3 Prozent. Für eine Familie im Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entstünden dadurch rechnerische Mehrkosten in Höhe von rund 19 Euro brutto jährlich. Auch bei den Gasnetzentgelten gebe es deutliche regionale Unterschiede. Überdurchschnittlich stark steigen sie demnach in Berlin, Hamburg sowie Rheinland-Pfalz und Brandenburg. In Sachsen und Thüringen sinken sie leicht.

Preiserhöhungen werden aber vor allem wegen der seit Beginn des Iran-Kriegs stark gestiegenen Großhandelspreise erwartet. "Die Steigerung der Gasnetzgebühren wird im Vergleich zu den explodierten Großhandelspreisen geringen Einfluss auf die Heizkostenentwicklung der Haushalte in Deutschland haben", so Storck. Verivox erwartet Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent.

Ausbau der Stromnetze wird finanziert

Netzentgelte sind ein Bestandteil des Strom- und Gaspreises. Beim Strom machen sie etwa ein Viertel aus. Darüber wird unter anderem der teure Ausbau der Stromnetze finanziert. Beim Gas machen die Netzentgelte für Haushaltskunden laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft etwa ein Fünftel des Preises aus.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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