Verbraucher
Salmonellen-Alarm in Europa: Spur führt zu Tomaten aus Sizilien
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
La Tomatina: Spaniens Tomaten-Schlacht
Videoclip • 01:05 Min • Ab 12
Ein seltener Salmonellen-Typ macht in Europa erneut Menschen krank. Die Spur führt wie schon in den Vorjahren zu Tomaten aus Sizilien. Auch Deutschland ist betroffen.
Das Wichtigste in Kürze
Ein seltener Salmonellen-Typ sorgt erneut für zahlreiche Erkrankungen in Europa, wobei die Spur zu Tomaten aus Sizilien führt.
Seit 2023 wurden europaweit mehr als 800 bestätigte Fälle registriert, und der Erreger wurde auch im Bewässerungswasser eines sizilianischen Tomatenproduzenten nachgewiesen.
Deutschland ist überdurchschnittlich betroffen: In der Saison 2025/26 registrierte das RKI 116 Ausbruchsfälle und damit so viele wie nie zuvor.
Wer Cocktailtomaten aus Sizilien gekauft hat, sollte sie vorerst nicht roh essen. Davor warnt die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) im Auftrag des Gesundheitsministeriums in Wien. Betroffen sind laut der am Freitag veröffentlichten Produktwarnung der AGES Tomaten aus den sizilianischen Provinzen Ragusa und Caltanissetta. Auch Italien hat demnach vor dem rohen Verzehr gewarnt.
29 Fälle in Österreich, sieben im Krankenhaus
Hinter der Warnung steckt ein Ausbruch des Erregers Salmonella Strathcona. Der AGES zufolge tritt dieser Serotyp abseits solcher Ausbrüche nur sehr selten auf. In Österreich wurden seit Ende Juli 29 Fälle registriert: 21 sind bestätigt, 8 gelten als wahrscheinlich. Sieben Erkrankte mussten im Krankenhaus behandelt werden, das sind rund ein Viertel. Die Jüngsten waren zehn Monate alt, die Ältesten 79 Jahre.
Am stärksten betroffen ist Oberösterreich mit sieben Fällen, wie der ORF Oberösterreich berichtet. Es folgen Wien und Salzburg mit je sechs Erkrankungen. Weitere Fälle gab es in Tirol, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten.
Erreger im Bewässerungswasser gefunden
Europaweit zählen die Behörden seit Juli mehr als 160 bestätigte Fälle in zehn Ländern. Bei über 100 weiteren steht die Bestätigung noch aus. Seit 2023 summiert sich der Ausbruch der AGES zufolge auf mehr als 800 bestätigte Fälle in über 17 Ländern.
Die Quelle scheint seit Jahren dieselbe zu sein. Ende 2025 wiesen die AGES-Fachleute den Ausbruchsstamm in Bio-Cherrytomaten aus Sizilien nach. Den Angaben zufolge fand sich derselbe Stamm auch im Bewässerungswasser eines sizilianischen Tomatenproduzenten. Erste Befragungen der aktuellen Fälle deuten erneut auf Italienreisen und den Verzehr von Tomaten hin.
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Deutschland überdurchschnittlich betroffen
Auch in Deutschland ist der Erreger seit Jahren präsent. Wie PTAheute unter Berufung auf das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet, erfasste das RKI in der Saison 2025/26 insgesamt 116 Ausbruchsfälle. Das war der bislang größte Ausbruch dieses Serotyps hierzulande. Betroffen waren alle Bundesländer außer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bremen.
Für die laufende Saison zählte das RKI demnach seit Juni bereits 39 Fälle, Stand Mitte September. Auch hier verweisen die Befragungen wieder auf Italien-Aufenthalte und Tomatenverzehr. Rückverfolgungen von Tomaten, die in Deutschland gekauft worden waren, führten in mehreren Fällen nach Italien.
Auch in den News:
Waschen reicht nicht
Typisch für eine Salmonellen-Infektion sind Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. In seltenen Fällen kommt es zu schweren, invasiven Verläufen.
Die AGES rät, die betroffenen Tomaten vor dem Essen ausreichend zu erhitzen. Waschen allein schützt nicht vollständig: Salmonellen können unter bestimmten Bedingungen ins Pflanzengewebe eindringen. Die AGES betont zudem, dass die Warnung nicht bedeutet, dass Erzeuger oder Händler die Gefahr verursacht haben.
Ein Ende ist nicht in Sicht. Der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC zufolge besteht das Risiko weiter, solange belastete Tomaten verkauft werden. Werde die Ursache nicht gefunden und wirksam kontrolliert, seien weitere Ausbrüche in den kommenden Jahren wahrscheinlich.
Verwendete Quellen:
APA-OTS (Presseaussendung der AGES): "Produktwarnung: Salmonellen in Tomaten aus zwei Regionen in Sizilien"
ORF Oberösterreich: "29 Erkrankungen nach Tomaten-Verzehr"
PTAheute: "Salmonella Strathcona – zuletzt hohe Fallzahlen in Deutschland"
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