Tausende Fahrzeuge betroffen

Schon wieder Rückruf bei VW: Bei diesen Modellen droht Brandgefahr

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von Joachim Vonderthann

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VW: Rückruf-Aktion von ID-Modellen

Videoclip • 34 Sek • Ab 12


Volkswagen bereitet in Deutschland einen Rückruf für mehrere Tausend Elektroautos vor. Bei einzelnen Hochvolt-Batteriezellen kann es durch Produktionsfehler zu einer erhöhten thermischen Belastung kommen – im Extremfall droht ein Brand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Volkswagen bereitet wegen möglicher Überhitzung einzelner Batterie­zellen einen Rückruf für mehrere Tausend Elektroautos in Deutschland vor.

  • Betroffene Fahrzeuge dürfen aus Sicherheitsgründen zunächst nur noch bis zu 80 Prozent geladen werden.

  • Kund:innen sollen schriftlich informiert werden, können aber auch selbst tätig werden.

Wenige Wochen nach einem Millionenrückruf wegen einer fehlerhaften Schraube an der Lenkung steht Volkswagen vor der nächsten Rückrufaktion. Betroffen sind Elektroautos der ID.-Familie sowie Fahrzeuge der Konzernmarke Cupra aus einem begrenzten Produktionszeitraum. Interne Qualitätsprüfungen hätten gezeigt, dass einzelne Hochvolt-Batteriezellen nicht den Anforderungen entsprächen, teilte ein VW-Sprecher mit.

Ursache sind demnach Produktionsfehler bei einem Zulieferer. In seltenen Fällen könne sich die Batterie dadurch stärker erhitzen. "Im Extremfall könnte ein Brand entstehen", hieß es von Volkswagen. Die Aktion für Deutschland und weitere Märkte soll kurzfristig starten, die Abstimmung mit den zuständigen Behörden läuft noch.

Wegen fehlerhafter Batteriezellen bereitet Volkswagen einen neuen Rückruf zahlreicher Fahrzeuge vor.

Bild: Jan Woitas/dpa


Schon wieder VW-Ruf: Welche Modelle betroffen sein könnten

VW nannte zunächst keine vollständige Liste der betroffenen Modelle. Nach Informationen von "Auto Motor und Sport" handelt es sich vorrangig um Fahrzeuge aus den Produktionsjahren 2023 und 2024 der ID.-Reihe. Genannt werden derzeit vor allem der VW ID.3 und ID.4 sowie der Cupra Born. Das Magazin berichtet zudem von schätzungsweise 11.000 betroffenen Autos in Deutschland. Eine offizielle Modell- und Baujahrliste liegt aber noch nicht vor.

Andere Berichte nennen auch den ID.7 und ID. Buzz aus bestimmten Produktionszeiträumen zwischen 2023 und 2025. Welche Fahrzeuge tatsächlich betroffen sind, müssen VW und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch verbindlich festlegen. Entscheidend ist, in welchen Batteriemodulen die auffälligen Zellen verbaut wurden und welche Fahrzeuge diese Module erhielten. Für Skoda-Modelle bestehe nach Angaben von Volkswagen kein Handlungsbedarf.

Auch in den News:

Ladevorgang wird auf 80 Prozent limitiert

Als Sofortmaßnahme begrenzt VW bei den betroffenen Fahrzeugen den Ladevorgang dauerhaft auf maximal 80 Prozent. Der sogenannte Battery Care Mode soll laut "Auto Motor und Sport" per Software aktiviert werden. Anders als bei der üblichen Ladeeinstellung können Kund:innen dieses Limit vorerst nicht selbst aufheben. Teilweise soll das Update ohne Werkstattbesuch über eine Funkverbindung aufgespielt werden können.

Ein Teil der Fahrzeuge muss in einen Servicebetrieb. Dort wird die Hochvolt-Batterie geprüft. Fällt die Kontrolle unauffällig aus, kann das Ladelimit wieder entfallen. Welche dauerhafte technische Lösung für defekte Zellen vorgesehen ist, steht noch nicht endgültig fest. Möglich sind weitere Softwaremaßnahmen, aber auch eine Reparatur oder ein Austausch betroffener Batteriemodule.


Kund:innen werden schriftlich informiert

Betroffene Halter:innen sollen einen Brief von Volkswagen erhalten. Darin stehen Informationen zum Ablauf der Rückrufaktion und zu Ansprechpersonen. Wer kein Schreiben bekommt, ist nach bisherigen Angaben nicht betroffen. Wer unsicher ist, kann bei einem VW- oder Cupra-Händler die Fahrzeugidentifikationsnummer prüfen lassen.

In Großbritannien und den USA laufen bereits ähnliche Rückrufe. In den USA betrifft die Aktion nach Behördenangaben mehr als 22.000 VW ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026. Ob diese Fahrzeuge technisch vollständig mit den deutschen Fällen übereinstimmen, ist bislang offen.


Erst kürzlich VW-Rückruf wegen Rost-Schraube

Erst kürzlich gab es einen spektakulären Rückruf beim Volkswagen-Konzern. Ende September hatte das Unternehmen wegen einer korrosionsanfälligen Schraube an der Lenkung weltweit gut fünf Millionen Autos in die Werkstätten gerufen. Der Fehler kann in Einzelfällen die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigen. In Deutschland sind vom Rückruf fast 1,4 Millionen Fahrzeuge von VW und den Konzernmarken Audi, Seat und Skoda betroffen. Probleme ganz anderer Art - mit seinem Abfindungsprogramm - hat derzeit auch VW-Konkurrent BMW. Mehr dazu liest du hier.


Verwendete Quellen:

Auto Motor und Sport: "Brandgefahr - VW setzt strenges Ladelimit"

Nachrichtenagentur dpa

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