Zusammenarbeit der besonderen Art

Trigema im Freizeitpark: Wolfgang Grupps Erfolgsdeal mit einem Erdbeer-Imperium

Veröffentlicht:

von Marie-FInn Bruker

:newstime

Wolfgang Grupp: Verblüffende Fakten über den Trigema-Patriarchen (24. Februar)

Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


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Auf dem Besucherparkplatz des Freizeitparks landet ein Hubschrauber: Es ist Wolfgang Grupp. Der Trigema-Gründer möchte das "Karls Erlebnis-Dorf" als Standort für eines seiner Testgeschäfte nutzen. Es ist der Beginn einer ganz besonderen Erfolgs-Partnerschaft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Jahrzehnten arbeiten Freizeitpark-Gründer Robert Dahl und Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp zusammen.

  • Grund für die Kooperation war die Standortsuche für eines der Testgeschäfte, in denen Trigema etwa neue Materialien und Farben testet und vertreibt.

  • "Karls Erlebnis-Dorf" habe sich ideal als Vertriebsort geeignet, auch die Zusammenarbeit sei durch die ähnlichen Arbeitsweisen der Unternehmer leichtgefallen.

Zwischen "Erdbeerraupenbahn", "Kartoffelsackrutsche" und dem "Fliegenden Kuhstall" steht ein Trigema-Geschäft. Was kurios klingt, zählt zu einem Erfolgsgeschäftsmodell von Unternehmer Wolfgang Grupp und ist der Beginn einer langjährigen Partnerschaft.

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Wie Grupps Helikopter auf dem Parkplatz eines Erlebnisdorfs landete

Wolfgang Grupp und Robert Dahl waren Berichten des "Nordkuriers" zufolge bei Grupps Suche nach einem neuen Standort für eines der Trigema-"Testgeschäfte" erstmalig in Kontakt gekommen. Dahl ist Gründer eines Erdbeer-Imperiums: Die roten Verkaufshäuschen stehen in ganz Norddeutschland, in ihnen werden während der Sommermonate die beliebten Früchte angeboten. Zu den Erdbeer-Ständen gehören außerdem die "Karls Erlebnis-Dörfer": Freizeitparks samt Lebensmittel-Manufakturen, Achterbahnen, einem eigenen Radiosender – und in einem Fall mit einem Trigema-Shop.

Das erste Treffen der beiden Unternehmer habe kurz bevorgestanden, so der "Nordkurier" in seinem Bericht, als am Tag des Termins plötzlich ein Hubschrauber inmitten des regen Freizeitbetriebs auf dem Besucher:innen-Parkplatz gelandet sei. Und wer stieg aus? "Wolfgang Grupp, wie immer nobel gekleidet und ganz der Typ, wie man ihn auch aus dem Fernsehen kennt", so die Erinnerung von Dahl.

Eine Stunde, ein Handschlag, ein Deal

60 Minuten später sei die Zusammenarbeit dem "Nordkurier" zufolge per Handschlag vereinbart worden. In einem "affenartigen Tempo" sei es dann laut Dahl weitergegangen. Unmittelbar nach dem Treffen habe Trigema bereits Pläne geschickt, welche die Partnerschaft in die Wege leiten sollten. Schon hier habe sich die Kompatibilität der beiden Unternehmer gezeigt, erzählt Dahl weiter. Genauso wie der "Karls"-Gründer selbst sei Grupp jemand, der klare Erwartungen kommuniziere, schnelle Entscheidungen treffe und großen Wert auf Verbindlichkeit lege.

Doch nicht nur das: Als das Trigema-Geschäft dann auf dem Gelände nahe Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) gebaut wurde, habe Dahl auch von Grupps Anspruch auf Präzision und Detailgenauigkeit erfahren – zentimetergenau haben die Einbauten stimmen müssen.

Trigema-Testgeschäfte: Die "5. Produktionsstufe" des Grupp-Imperiums

Neben den Fahrgeschäften, Attraktionen und Kindergeburtstagen in "Karls Erlebnis-Dorf" gab es ab diesem Zeitpunkt eben auch Trigema. Bei den Verkaufsstellen dieser Art, Grupps Testgeschäften, werden Kollektionen, Farben, Materialien und Schnitte getestet und für Kund:innen käuflich erwerbbar gemacht. Auf der Trigema-Homepage wird zudem erwähnt, dass die Testgeschäfte auch eine Möglichkeit böten, eine gewisse Unabhängigkeit vom Großhandel zu gewähren. Grupps "5. Produktionsstufe" besteht bereits seit den 80er-Jahren. Mittlerweile gibt es 45 Testgeschäfte in ganz Deutschland.

Das Konzept soll Kund:innen außerdem ein besonderes Kauferlebnis, direkt neben anderen Anbietern, in diesem Fall dem Erlebnispark, bieten. Viele dieser Testgeschäfte befinden sich demnach in Urlaubsgebieten mit großem Publikumsandrang sowie Spontankäufer:innen, die während eines Familienausflugs gern mal stöbern.

Trigema biete inmitten seines "Erlebnis-Dorfs" auch für Robert Dahl Vorteile, die der Geschäftsführer im "Nordkurier"-Bericht erläutert. Das Geschäft befinde sich direkt im Eingangsbereich von "Karls" und bringe sich mit seinem klaren Markenprofil atmosphärisch gut in das Konzept seiner Erdbeer-Kette ein.


Unterstützung: Egal ob in der Pandemie oder an der Ladenkasse

Was zu Beginn als befristeter Versuch deklariert war, entwickelte sich zu einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit. Auch während der Corona-Monate half man sich aus: Als das Erlebnis-Dorf während der Pandemie schließen musste, habe Dahl Grupp angeboten, die Miete für das Geschäft zu übernehmen – Grupp habe abgelehnt und wie selbstverständlich weitergezahlt.

Dahl spricht laut "Nordkurier" wohlwollend über die Zusammenarbeit mit Trigema. Immer wieder sei der Hubschrauber auf dem Freizeitgelände gelandet. Grupp sei ausgestiegen, habe die Besucher:innen begrüßt und sich über das Gelände führen lassen.

Wolfgang Grupp war bis 2024 alleiniger Geschäftsführer des Trigema-Unternehmens. Er befreite die von seinem Großvater gegründete Firma 1969 von den roten Zahlen und blieb 50 Jahre lang Chef des Textilunternehmens. Mittlerweile führen Grupps Kinder, Bonita Grupp, die erst kürzlich von ihrer Kindheit berichtete, und Wolfgang Grupp junior, den Konzern. Doch der Senior bleibt dem Familienunternehmen treu verbunden. Nach einem für Grupp schweren Jahr kehrte er ab März 2026 als Berater zu Trigema zurück.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nordkurier: "Diesen denkwürdigen Auftritt von Trigema-Chef Wolfgang Grupp vergessen sie im Osten Deutschlands nie"

Trigema: "5 W´s – Wissenswertes über TRIGEMA Testgeschäfte"

Karls.de

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