Sparen beim Autofahren
Spritspar-Stecker: Cleverer Trick oder dreister Betrug?
Veröffentlicht:
von Jana Wejkum:newstime
Schärfere Tank-Gesetze geplant
Videoclip • 29 Sek • Ab 12
Einstecken, losfahren, sparen: Das versprechen sogenannte Spritspar-Dongles in einer E-Mail-Werbung. Doch lässt sich der Spritverbrauch wirklich so einfach austricksen?
Der durch den Iran-Krieg steigende Spritpreis treibt im Internet seltsame Blüten: E-Mails, welche die Vorteile sogenannter Spritspar-Dongles anpreisen, machen derzeit die Runde. Das Versprechen klingt unglaublich: Bis zu 35 oder 55 Prozent Einsparpotenzial sollen die kleinen Stecker bringen. Autofahrer:innen würden ohne das kleine Gerät "Tausende Euro an verschwendetem Sprit zahlen". Doch was ist dran an den Versprechen?
Angebliche Analyse von Motorsteuergerät-Daten
In den Mails ist davon die Rede, dass Autohersteller die Einstellungen an den Steuergeräten der Motoren "bewusst konservativ" wählen würden und damit unnötigen Mehrverbrauch in Kauf nehmen würden. Die Hersteller hätten den Motor schlicht "nicht für Ihre spezifischen Fahrgewohnheiten" kalibriert, so die Behauptung.
Die kleinen Dongles für die Diagnose-Schnittstelle (OBD) unterhalb des Armaturenbretts würden dies ändern. Wie das Portal "heise online" erklärt, werde fälschlicherweise behauptet, dass der Stecker die "Motorsteuergerät-Daten in Echtzeit" analysiere und dann "Einspritzung, Ladedruck und Zündzeitpunkt an Ihren Fahrstil" anpasse. Das alles passiere angeblich ganz automatisch während der Fahrt.
Auch in den News:
30 Euro für "fabrikfrischen Elektroschrott"
Tatsächlich sind die Versprechen frei erfunden. Wie "heise online" weiter berichtet, gab es bereits 2022 einen Test solcher Geräte. Die verkauften Stecker würden keine Signale ans Fahrzeug schicken und bestünden, vereinfacht gesagt, nur aus blinkenden LEDs. Die Tester:innen resümierten damals: "Die OBD2-Mogelstecker haben nur einen Zweck: die Taschen der Verkäufer zu füllen, indem sie Ihre leeren." Es handele sich vielmehr um "fabrikfrischen Elektroschrott".
Schon bei Lektüre der Spam-E-Mails kann man stutzig werden: Es wird zunehmend Kaufdruck aufgebaut, etwa mit der Behauptung, dass der Bestand der Stecker "extrem begrenzt" sei. Das spricht nicht für ein seriöses Angebot. Wer wirklich Kraftstoff sparen will, kann sich mit solch einfachen Tools nicht behelfen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
heise online: "Benzin sparen: Abzocke mit blinkenden Kraftstoffsparsteckern"
heise online: "Spammer setzen auf hohe Spritpreise als Köder"
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