Umstrittene Stoffe
Ostereier-Farben bei Öko-Test: Nur ein Produkt überzeugt komplett
Veröffentlicht:
von Joachim Vonderthann:newstime
Öko-Test und Stiftung Warentest im Vergleich
Videoclip • 01:35 Min • Ab 12
Ostereier sollen bunt und fröhlich aussehen – doch nicht jede Farbe ist unbedenklich. Eine aktuelle Untersuchung von "Öko-Test" zeigt: Einige Produkte enthalten umstrittene Farbstoffe, die sogar durch die Schale ins Ei eindringen können.
Das Wichtigste in Kürze
Einige Ostereierfarben enthalten umstrittene Farbstoffe, wie eine aktuelle Untersuchung von Öko-Test zeigt.
Nur ein Produkt kann die Tester:innen ganz überzeugen.
Wer komplett auf Nummer sicher gehen will, greift zu diesen Alternativen.
Die Zeitschrift Öko-Test (Ausgabe 4/2026) hat sieben handelsübliche Ostereierfarben untersucht, die zwischen 0,69 Euro und 4,95 Euro pro Packung kosten. Das Ergebnis: Bei mehreren Produkten drang im Praxistest die Farbe durch die Schale und hinterließ Verfärbungen auf dem Ei. Ganz ausschließen lasse sich daher nicht, dass Verbraucher:innen die Farbstoffe beim Essen der Eier aufnehmen, so das Magazin.
Vier der sieben getesteten Produkte erhielten die Gesamtnote "gut", ein Produkt wurde mit "befriedigend", zwei mit "ausreichend" bewertet. Die beste Gesamtleistung im Test zeigte das teuerste Produkt: Ökonorm Nawaro. Es bekam als einziges eine uneingeschränkte Empfehlung – sowohl, was die Inhaltsstoffe angeht, als auch bei der Anwendung.
Diese Eierfarben sind laut Öko-Test "gut"
Die folgenden Ostereierfarben wurden von "Öko-Test" mit "gut" bewertet:
Metma Eierfarben, 4 Farbpulver für heißes Wasser (0,69 Euro pro Packung)
Metma Eierfarben-Tabletten, 5 Farbtabletten für kaltes Wasser (1,93 Euro pro Packung)
Ökonorm Nawaro, 5 Farbpulver für heißes Wasser (4,95 Euro pro Packung)
Rayher Eierfarben Set, 5 Farbpulver für heißes Wasser (1,99 Euro pro Packung)
Bei einigen Produkten konnten jedoch nicht alle angegebenen Farbnuancen überzeugen: Teilweise färbten sie die Eier nur schwach oder ungleichmäßig. Laut einem Bericht von Chip.de konnten bei den Inhaltsstoffen letztlich nur die Ökonorm Nawaro Eierfarben ohne Einschränkung überzeugen. Die Nawaro-Farben aus natürlichen Farbstoffen erzielten in der Handhabungsprüfung gute Ergebnisse – sie lösen sich zwar etwas langsamer im Wasser, entsprechen aber in Intensität und Farbton den Verpackungsangaben.
Umstrittene Farbstoffe in Färbemitteln
Ein Teil der getesteten Ostereierfarben enthält Azofarbstoffe wie E102, E110, E122, E124 sowie den synthetischen Farbstoff Chinolingelb (E104). Diese Stoffe sind in der EU zugelassen, aber umstritten. Laut Öko-Test stehen sie im Verdacht, bei Kindern Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität zu fördern. Die Verbraucherzentrale Hessen weist außerdem darauf hin, dass Azofarbstoffe bei Allergiker:innen pseudoallergische Reaktionen auslösen können.
Auch Produkte mit insgesamt guter Note bleiben nicht völlig kritikfrei. So wird etwa bei Metma Eierfarben positiv hervorgehoben, dass der Hersteller Unterschiede der Färbung auf weißen und braunen Eiern transparent macht. Gleichzeitig wir der Einsatz des Farbstoffs Karmin bemängelt, der für ein intensives Rot sorgt, aber aus Schildläusen gewonnen wird und bei wenigen Menschen allergische Reaktionen auslösen kann.
Schlecht schnitt in der Untersuchung das Produkt Heitmann Eierfarben Knalligbunte Farben ab – es bekam nur die Note "ausreichend", wie Chip.de berichtet. Kritikpunkt ist vor allem das komplizierte Färbesystem: Für drei Eier müssen Wasser, Farblösung in Blisterpatronen und ein halber Farbverstärker jeweils in Plastikbeuteln mit Clips gemeinsam in einem Topf gekocht werden. Zwar lassen sich auf diese Weise bis zu zwölf Eier gleichzeitig färben, der Zeitvorteil bleibt laut Test aber gering. Zudem fällt viel Plastikmüll an, was aus Umweltsicht negativ bewertet wird.
Natürliche DIY-Farben als sichere Alternative
Wer auf umstrittene Farbzusätze verzichten möchte, kann Ostereier auch mit natürlichen Farbstoffen selbst färben. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, einen Farbsud aus Küchenresten und Gemüse anzusetzen: Dazu werden etwa Rote Bete, Zwiebelschalen, Rotkohl, Karottenschalen oder Spinat klein geschnitten, gekocht und anschließend der Sud abgegossen. Mit etwas Essig versetzt, lassen sich darin bereits hartgekochte Eier einfärben. Am besten klappt das Färben mit weißen Eiern.
Für gelbe Eier eignet sich Kurkuma: Zwei Esslöffel Pulver zusammen mit den Eiern mindestens zehn Minuten im kochenden Wasser lassen – so entsteht eine deutliche Gelbfärbung. Die pflanzenbasierte Färbung fällt zwar meist weniger intensiv aus als industrielle Produkte, ist nach Einschätzung von "Öko-Test" dafür aber "völlig unbedenklich".
Weitere Tests:
Wie lange halten Ostereier?
Auch die Aufbewahrung spielt eine Rolle für die Sicherheit. Werden hartgekochte, gefärbte Eier nach dem Kochen nicht abgeschreckt, können sie bei unversehrter Schale im Kühlschrank bis zu vier Wochen gelagert werden, schreibt die Verbraucherzentrale.
Werden Eier dagegen direkt nach dem Kochen mit kaltem Wasser abgeschreckt, kühlen sie schneller ab, sind aber weniger lange haltbar. Durch den Temperaturunterschied kann sich zwischen Schale und Ei eine Luftschicht bilden. "So können Mikroorganismen durch die Schale eindringen", warnen die Verbraucherschützer. Abgeschreckte Eier sollten deshalb besser zeitnah verzehrt werden.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Chip.de: "Kein einziges ist "sehr gut": ÖKO-TEST findet problematische Farbstoffe in Ostereierfarben"
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