Immer längere Ausfallzeiten
Niedrigwasser: Weitere Rheinfähren beantragen Kurzarbeit
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Rhein-Pegelstand erreicht Rekordtief
Videoclip • 01:11 Min • Ab 12
Die nächsten Fährbetriebe auf dem Rhein schicken ihre Beschäftigten in Kurzarbeit. Seit Ende Juli gibt es auch zwischen Düsseldorf und Dormagen nicht mehr genügend Wasser für die Schifffahrt.
Das Wichtigste in Kürze
Die Schifffahrt auf dem Rhein leidet zunehmend unter den niedrigen Pegelständen.
Betroffen sind auch die Fähren.
Nun hat ein weiterer Fährbetrieb Kurzarbeit beantragt.
Das Niedrigwasser setzt den Rheinfähren stark zu. Wie die in Düsseldorf und Dormagen tätigen Rheinfährbetriebe W. Jansen & Söhne mitteilten, hat das Unternehmen erstmals in seiner Geschichte Kurzarbeit beantragt. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leichtgemacht, aber es geht nicht anders", sagte Unternehmer Jens Jansen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er führt die Firma mit seinem Vater und seinem Bruder. Die Firma hat zusätzlich zum dreiköpfigen Familiengespann fünf Festangestellte und fünf Aushilfen.
Die Fähre verbindet den Düsseldorfer Süden mit dem Dormagener Stadtteil Zons, der einen mittelalterlichen Kern hat und daher bei Tourist:innen und Wochenend-Ausflügler:innen beliebt ist. Die Zonser Fähre kommt bislang auf mehr als 40 Tage Ausfallzeit in diesem Jahr. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2018 mit 46 Ausfalltagen werde schon bald übersprungen, so Jansen.
Zonser Fähre seit Ende Juli außer Betrieb
In diesem Jahr ging es für die Zonser Fähre Ende Juli nicht weiter, da der Pegelstand viel zu niedrig war. Nach Regenfällen nahm das Unternehmen den Betrieb Ende August wieder auf. "Wir hatten gehofft, dass die Sache damit ausgestanden ist", sagt Jansen. "Es hat zwar geregnet, aber ausgerechnet an der Rheinschiene in Süddeutschland gab es nur wenig Niederschlag – und genau da brauchen wir halt Regen, damit der Pegelstand bei uns ausreichend hoch ist."
Bei anderen Rheinfähren wurde der Betrieb ebenfalls schon eingestellt, auch bei ihnen sind die finanziellen Folgen erheblich. Die Bislicher Fähre am Niederrhein, die normalerweise zwischen Xanten und Wesel unterwegs ist, fährt ebenso wenig wie die Fähre Weiß in Köln, die Hitdorfer Fähre in Leverkusen und die Fähre Kaub in Rheinland-Pfalz. Die Liste betroffener Fährbetriebe ist lang.
Auch in den News:
Starke finanzielle Einbußen durch Niedrigwasser
Während seine Mitarbeiter:innen bald in Kurzarbeit gehen, gilt so eine finanzielle Unterstützung für Vater und Söhne Jansen als Unternehmer nicht. "Es ist noch nicht existenzbedrohend, aber es zehrt an der finanziellen Grundlage, die wir uns in den vergangenen Jahren aufgebaut haben", sagt Jansen.
Und wann hofft er, dass die Fähre wieder fahren kann? "Es wird länger kräftig regnen müssen: Bis der Pegelstand wieder halbwegs normal und der Rhein befahrbar ist, dauert es noch lange." Das werde frühestens nächste Woche sein, also ab Anfang Oktober. "Es ist, wie es ist – wir können die Sache nicht beeinflussen." Die beiden Brüder führen den Fährbetrieb nur als Nebentätigkeit, sie haben noch andere Hauptjobs. Ihr 76-jähriger Vater arbeite hingegen noch voll in dem Unternehmen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
Mehr entdecken

Ländliche Regionen
Trump unter Druck: Was US-Wählern vor den Midterms wichtig ist

Beinahe-Crash
Vietnam-Airlines-Vorfall in München: Warum bremste die 787?

Hessen
Bei Kassel: Autofahrer stirbt bei Unfall auf der A7

Wetter
Michaelistag: Das sagt die Bauernregel über den kommenden Winter

Was bringt der Herbst?
Goldener Oktober? So schön wird das Wetter zum Start in den Monat

West-Nil-Virus in Europa
West-Nil-Virus breitet sich aus: Auch Deutschland betroffen
