Beinahe-Crash

Vietnam-Airlines-Vorfall in München: Warum bremste die 787 beim Start?

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Warum bremste Vietnam-Airlines-Flug beim Start in München?

Videoclip • 01:03 Min • Ab 12


Eine Boeing 787-9 von Vietnam Airlines ist am Münchner Flughafen Mitte August beim Start über die Landebahn hinausgerollt. Ein Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung zeigt nun: Während des Startlaufs wurden die Bremsen betätigt – aber warum?

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Boeing 787-9 von Vietnam Airlines schoss am 15. August beim Start in München über die Landebahn hinaus und hob erst im letzten Moment ab.

  • Laut BFU wurden während des Startlaufs die Bremsen betätigt und dauerhaft gehalten.

  • Ob ein menschlicher Fehler oder ein technischer Defekt vorliegt, ist weiter offen.

Zum Beinahe-Unfall einer Maschine von Vietnam Airlines am Flughafen München gibt es neue Erkenntnisse. Die mit fast 290 Menschen besetzte Boeing 787-9 war am 15. August beim Start über die Startbahn hinausgeschossen und gerade noch abgehoben. Verletzt wurde niemand.

Ein Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig beschreibt nun den bisherigen Stand der Ermittlungen. Demnach wurden während des Startvorgangs die Bremspedale betätigt und anschließend dauerhaft gehalten. Warum der Flugkapitän beim Beschleunigen auf die Bremse trat, ist laut BFU bislang nicht geklärt.

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Bremsen der Vietnam-Airlines-Maschine kurz nach Start in München betätigt

Die Maschine erhielt laut BFU um 13.55 Uhr die Startfreigabe. Kurz darauf begann der Startlauf. Wenige Sekunden später wurden die Bremspedale getreten und danach permanent gehalten.

Kurz vor dem Abheben erhöhte der Copilot den Triebwerksschub manuell. Trotzdem rollte die Boeing über das Ende der Startbahn hinaus und geriet auf die Rasenfläche dahinter. Erst im letzten Moment hob das Flugzeug ab.

Beim Überrollen des Bereichs hinter der Startbahn kollidierten Heck und Fahrwerk laut Zwischenbericht mit 20 Lampen der Startbahnbeleuchtung. Dabei wurde der Rumpf beschädigt. Nach der späteren Landung stellten Fachleute zudem Schäden an vier Reifen fest.

Zum Beinahe-Unfall einer Vietnam-Airlines-Maschine am Flughafen München gibt es neue Erkenntnisse. (Symbolbild)

Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa


Flug nach Vietnam wurde abgebrochen

Die Besatzung entschied sich nach dem Vorfall, den Flug nach Vietnam nicht fortzusetzen. In Abstimmung mit der Flugsicherung ließ der Pilot zunächst 62 Tonnen Kerosin ab. Anschließend flog die Maschine zweimal mit ausgefahrenem Hauptfahrwerk am Flughafen vorbei, damit das Bodenpersonal das Fahrwerk von außen prüfen konnte.

Danach landete die Boeing wieder in München. Laut BFU kam es am Hauptfahrwerk zu einer Rauchentwicklung. Ein Brand wurde jedoch nicht festgestellt.

Die weiteren Ermittlungen konzentrieren sich auf das elektrische Bremssystem der Maschine, wie das Portals Aero International berichtet. Die BFU habe die Brake System Control Units und die Electric Brake Actuator Controllers sichergestellt, um sie detailliert zu untersuchen. Ob die Bremsaktivierung auf eine Eingabe der Crew, einen technischen Defekt oder beides zurückgeht, solle die laufende Untersuchung klären, heißt es weiter.


Abschlussbericht erst in etwa einem Jahr erwartet

Der jetzt veröffentlichte Bericht ist nur eine Darstellung der bisher bekannten Fakten. Eine Bewertung oder Erklärung für die Ursache des Vorfalls enthält er noch nicht.

Ein Sprecher der BFU erklärte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa), die Analyse der Unfallursache werde erst im Abschlussbericht erfolgen. Dieser wird voraussichtlich etwa ein Jahr nach dem Vorfall erwartet.



Verwendete Quellen:

Aero International: "787 von Vietnam Airlines bremste beim Start"

Nachrichtenagentur dpa

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