Vögel oder Kultur?

Neue Euro-Scheine kommen: Über diese Motive kannst du bei der EZB abstimmen

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von Emre Bölükbasi

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Neues Design für Euro-Scheine

Videoclip • 32 Sek • Ab 12


Neue Gesichter, neue Vögel, neue Flüsse: Die EZB lüftet den Schleier über die künftigen Euro-Scheine – und Millionen Europäer:innen sollen mitentscheiden, welches Design gewinnt. Wo du abstimmen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EZB stellt auf einer Pressekonferenz die möglichen Motive für die künftigen Euro-Banknoten vor.

  • Zur Wahl stehen die Themen "Europäische Kultur" und "Flüsse und Vögel" mit jeweils sechs Entwürfen.

  • EU-Bürger:innen sollen mitentscheiden dürfen, welche Designs künftig auf den Banknoten zu sehen sein sollen.

Wie sieht das Geld aus, das wir in ein paar Jahren aus den Automaten ziehen? Diese Frage beschäftigt ab Donnerstag (23. Juli) rund 350 Millionen Menschen in der Eurozone – denn sie dürfen alle über die konkreten Motive abstimmen.

Ab 16:15 Uhr hebt die Europäische Zentralbank (EZB) bei einer Pressekonferenz den Vorhang und zeigt erstmals öffentlich die Entwürfe, die künftig unser Portemonnaie füllen könnten.

Schon am Nachmittag sollen die Motive zusätzlich auf der EZB-Website einsehbar sein. Ein direkter Abstimmungslink ist dort nach aktuellem Stand noch nicht freigeschaltet, dürfte aber im Anschluss an die Präsentation der Motive verfügbar sein.


Design-Wettbewerb und Vorauswahl für neue Geldscheine

Vorausgegangen war ein europaweiter Design-Wettbewerb, bei dem sich Kreative aus ganz Europa an der Neugestaltung der Banknoten versuchten. Eine unabhängige Jury traf daraus bereits eine Vorauswahl der stärksten Entwürfe – genau diese Auswahl steht nun zur öffentlichen Bewertung. Der EZB-Rat will das Feedback der Bürger:innen laut der Webseite der Institution anschließend auswerten und einfließen lassen, bevor am Ende ein Design den Zuschlag erhält.

EU-Bürger:innen können zwischen zwei Motivthemen wählen

Zur Wahl stehen zwei große Leitthemen mit jeweils sechs Motiven für die Scheine von 5 bis 200 Euro:

"Europäische Kultur" – große Persönlichkeiten auf der Vorderseite treffen auf Alltagsszenen auf der Rückseite:

  • 5 €: Maria Callas – Straßenkünstler:innen bei Musik, Tanz und Theater

  • 10 €: Ludwig van Beethoven – Sängerfest mit Kinder- und Jugendchor

  • 20 €: Marie Curie – Schule bzw. Universität mit Lernenden

  • 50 €: Miguel de Cervantes Saavedra – Bibliotheksszene mit Lesenden

  • 100 €: Leonardo da Vinci – Besucher bei Streetart und moderner Kunst

  • 200 €: Bertha von Suttner – belebter Platz mit Bäumen

"Flüsse und Vögel" – Natur auf der Vorderseite trifft auf europäische Institutionen auf der Rückseite:

  • 5 €: Gebirgsquelle mit Mauerläufer / Europäisches Parlament

  • 10 €: Wasserfall mit Eisvogel / Europäische Kommission

  • 20 €: Flusstal mit Bienenfresser-Schwarm / Europäische Zentralbank

  • 50 €: Gewundener Fluss mit Weißstorch / Gerichtshof der EU

  • 100 €: Flussmündung mit Säbelschnäbler / Europäischer Rat und Rat der EU

  • 200 €: Meereslandschaft mit Basstölpel / Europäischer Rechnungshof


Hinter der Aktion steckt mehr als nur ein neuer Anstrich fürs Geld. Die EZB verfolgt mit der Neugestaltung laut eigenen Angaben vier Ziele: Die Scheine sollen die europäische Identität stärker widerspiegeln, dank moderner Sicherheitsmerkmale schwerer zu fälschen sein, für alle Menschen – etwa mit Sehbehinderung – leichter erkennbar werden und zugleich nachhaltiger produziert werden.

Auch in den News:

Mehrere Jahre Vorarbeit für neue Banknoten

Wer jetzt hofft, schon bald mit dem neuen Design zahlen zu können, muss sich in Geduld üben. Der EZB-Rat will das Ergebnis der Publikumsumfrage voraussichtlich Ende 2026 verkünden, die endgültige Entscheidung soll spätestens Anfang 2027 fallen.

Erst danach starte die technische Umsetzung – bis die neuen Scheine tatsächlich im Geldbeutel landen, dürften also noch etliche Jahre vergehen. Bis dahin gilt: Augen offenhalten, denn sobald die Abstimmung freigeschaltet ist, hat jede Stimme Gewicht bei der Gestaltung unseres künftigen Bargelds.


Verwendete Quellen:

Webseite der Europäischen Zentralbank: "Künftige Banknoten"

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