Russland profitiert vom Krieg
Hormus-Krise spült Milliarden nach Moskau – Kammer warnt vor globalen Folgen
Veröffentlicht:
von Jacqueline Bittl:newstime
Iran will neue Regeln für Hormus
Videoclip • 01:01 Min • Ab 12
Steigende Öl- und Gaspreise durch die Hormus-Blockade bescheren Russland massive Zusatzeinnahmen. Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) rechnet vor wer profitiert und wer zahlt.
Die faktische Blockade der Straße von Hormus könnte Russland enorme finanzielle Vorteile verschaffen. Nach Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) steigen die Einnahmen aus russischen Rohstoffexporten monatlich um mehr als zehn Milliarden Euro. Auslöser sind die stark gestiegenen Weltmarktpreise für Öl, Gas und Dünger infolge des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten.
Auch in den News:
Russland profitiert massiv von steigenden Rohstoffpreisen – hohe Kosten für Europa
"Russland ist damit der große Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten", äußerte sich Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzende der Kammer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Russland profitiere davon, dass seine Exporte nicht über die Meerenge laufen und daher weiterhin abgesetzt werden können. Schepp sprach von einem möglichen "Geldsegen historischen Ausmaßes".
Bei einem dauerhaft hohen Ölpreis von rund 100 US‑Dollar pro Barrel kann Moskau demnach jährlich fast 72 Milliarden Dollar mehr einnehmen als im aktuellen Haushaltsplan vorgesehen. Der russische Staatshaushalt kalkuliere bislang mit einem Ölpreis von lediglich 59 Dollar.
Zuletzt war der Brent-Ölpreis zeitweise auf über 111 Dollar je Barrel gestiegen – rund 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges im Nahen Osten. Laut AHK könne Russland allein aus Öl- und Gasverkäufen bei diesem Preisniveau rund 50 Milliarden Dollar zusätzliche Einnahmen pro Jahr erzielen. Einige in Moskau hofften laut AHK sogar auf Preise von bis zu 200 Dollar je Barrel, was die Einnahmen nochmals drastisch erhöhen würde.
Die Kammer weist zugleich auf politische und wirtschaftliche Risiken hin. Russland finanziert mit den Erlösen aus dem Rohstoffverkauf weiterhin seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine und setzt zugleich auf ein mögliches Aufweichen westlicher Sanktionen. Für Deutschland und andere Industrienationen drohen dagegen erhebliche Mehrkosten. Die deutsche Ölimportrechnung könnte bei einem Preis von 100 Dollar je Barrel auf über 60 Milliarden Euro steigen. Thomas Baier, der Energieexperte der Kammer, sagte: "Zusammen mit den Gas-Mehrkosten droht der deutschen Industrie ein Kostenschock, der die erhoffte wirtschaftliche Erholung 2026 zunichtemacht".
Laut AHK, nach eigenen Angaben der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland, sind die Folgen auch im Agrarsektor spürbar. Beim Export von Dünger könne Russland laut Kammer zusätzliche Milliarden erlösen, während deutsche Landwirte mit deutlich höheren Kosten pro Hektar rechnen müssen.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Flüchtlingsdebatte in Bayern
Bleiben oder gehen? Herrmann fordert Perspektiven für Syrer

Goldman Sachs sieht großes Potenzial
Bis zu 2.300 € Kursziel: Analysten empfehlen Rheinmetall weiter

4 einfache Schritte
iPhone reagiert nicht mehr? Mit diesem Trick startet es neu

Nahost-Krieg
Israel warnt vor Angriffen auf Schienennetz – Iran stoppt Verkehr

Klimaphänomen im Pazifik
El Niño: Steht ein starkes Wetterereignis bevor?

Tarifverhandlungen
Erneute Nahverkehrs-Streiks: Nürnberg und Landshut betroffen

