Jobabbau
Harte Einschnitte bei Thyssenkrupp-Stahlsparte
Veröffentlicht:
von dpaViele Beschäftigte dürften künftig weniger verdienen.
Bild: Fabian Strauch/dpa
Wie geht es weiter mit Deutschlands größter Stahlfirma? Drei Tage lang haben Manager und Gewerkschafter um einen gemeinsamen Nenner gerungen. Nun steht ein Kompromiss.
Beim Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel Europe haben sich die IG Metall und das Management auf einen harten Sparkurs verständigt. Nach drei Tagen Verhandlungen einigten sich Vertreter der Arbeitnehmer und des Vorstands auf einen bis 2030 gültigen Sanierungstarifvertrag, um die defizitäre Firma wieder in die Gewinnzone zu bringen. Das Urlaubsgeld soll gestrichen und das Weihnachtsgeld reduziert werden, außerdem wird die Wochenarbeitszeit auf 32,5 Stunden reduziert. Bisher liegt sie bei bis zu 34 Stunden. Dadurch dürften viele Beschäftigte künftig weniger verdienen.
Deutschlands größter Stahlhersteller ist wegen Konjunkturschwäche, hoher Energiepreise und Billigimporten aus Asien in die Krise geraten. Als Gegenmaßnahme will das Unternehmen seine Kapazitäten deutlich verringern. Dabei will sich Thyssenkrupp Steel von insgesamt 11.000 Stellen trennen und damit auf 16.000 Stellen schrumpfen. Derzeit sind es noch rund 26.300 Beschäftigte. In Bochum soll 2028 ein Standort geschlossen werden. Ein Schließungsvorhaben für ein Werk in Kreuztal-Eichen (NRW) ist vorerst vom Tisch.
Mit Blick auf den Sanierungstarifvertrag sprach Firmenvorständin Marie Jaroni von einem wichtigen Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit von Thyssenkrupp Steel. "Wir bauen überschüssige Kapazitäten ab, verbessern die Effizienz und können so ein wettbewerbsfähiges Kostenniveau erzielen."
Der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler, sprach von einem tragfähigen Kompromiss, der für beide Seiten schmerzhafte Elemente enthalte. "Betriebsbedingte Kündigungen sind jedoch vom Tisch und Garantien für Standorte und Investitionen in die Anlagen gibt es auch – das sind gute Signale." Die ursprüngliche "Giftliste" des Managements mit drastischen Einsparplänen sei deutlich reduziert worden.
Damit der Tarifvertrag gültig wird, steht noch die Zustimmung der IG-Metall-Mitglieder bei dem Stahlhersteller aus. Außerdem muss die Konzernmutter Thyssenkrupp die Finanzierung sicherstellen.
Mehr News

Apennin in Italien
Pelino-Schutzhütte: Touristen im Nationalpark Majella "schockieren" Behörde

Laut "Manager Magazin"
Schwarz verliert Spitzenplatz: Das sind die reichsten Deutschen

19 Produkte im Test
Salzstangen bei Öko-Test – bei diesen Marken vorsichtig sein

Erschreckendes Ergebnis
Speisesalz bei Öko-Test: Nur fünf Produkte sind unbedenklich

21 Produkte im Test
Gesunder Frühstückssnack? Nur fünf Knäckebrote im Öko-Test mit Note "sehr gut"

Krisen-Kaufhauskonzern
Neue Galeria-Insolvenz: Maschmeyer fordert Ende von Staatshilfen

Sparen beim Einkaufen
No-Name-Produkte vom Discounter: Diese Marken stecken dahinter

RKI-Empfehlung
Grippeimpfung im Herbst: Für wen sie jetzt besonders wichtig ist

Bundeskanzler der BRD
Friedrich Merz' Privatvermögen – Mittelschicht und Millionär?

