Familienunternehmen in der Krise
Feneberg-Insolvenz trifft auch Edeka hart – Verluste in Millionenhöhe drohen
Veröffentlicht:
von Max StrumbergerDie Insolvenz von Feneberg erschüttert das Allgäu: Rund 3.000 Beschäftigte bangen um ihre Zukunft, auch bei Edeka hinterlässt das Spuren.
Bild: Thomas Banneyer/dpa
Feneberg war im Allgäu lange eine Institution, nun steckt die Supermarktkette tief in der Krise. Unter dem Schutzschirm soll saniert werden, während alle Märkte geöffnet bleiben. Doch für Edeka Südbayern geht es um bis zu 30 Millionen Euro
Das Wichtigste in Kürze
Die Schieflage von Feneberg trifft nicht nur die Region, sondern auch einen Branchenriesen: Edeka Südbayern.
Das Schutzschirmverfahren soll die Supermarktkette retten, doch im Hintergrund drohen hohe Ausfälle.
Von bis zu 30 Millionen Euro ist die Rede.
Seit Jahrzehnten galt die Feneberg Lebensmittel GmbH im Allgäu als feste Größe – die Lebensmittelkette betreibt im Südwesten Deutschlands insgesamt rund 70 Filialen. Doch die jetzt eingetretene Insolvenz ist nicht nur für die rund 3.000 Beschäftigten ein Schock. Besonders hart trifft die Krise den mächtigen Partner im Hintergrund: Edeka Südbayern. Denn hinter den Kulissen geht es längst nicht mehr nur um das Überleben eines regionalen Familienunternehmens, sondern um viel Geld – konkret um bis zu 30 Millionen Euro, die für Edeka auf der Kippe stehen könnten.
Auslöser ist das eingeleitete Schutzschirmverfahren, mit dem Feneberg sich neu aufstellen will. Für Edeka Südbayern steht viel Geld auf dem Spiel: Laut "Lebensmittel Zeitung" könnten im schlimmsten Fall ein Nachrangdarlehen von 20 Millionen Euro sowie weitere offene Warenforderungen verloren gehen. Eine Summe, die selbst für einen Konzern wie Edeka schmerzhaft ist – erst recht in einem Markt, in dem die Margen ohnehin immer dünner werden.
Betrieb bei Fenerberg geht vorerst weiter
Die finanzielle Schieflage von Feneberg kommt nicht aus dem Nichts. Schwarze Zahlen schrieb das Unternehmen zuletzt im Geschäftsjahr 2020/21, seither steht die Kette unter massivem wirtschaftlichem Druck. Die Geschäftsführung rund um Amelie Feneberg hatte zuletzt rund 100 Maßnahmen geschnürt, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.
Der Plan: Sanieren im laufenden Betrieb. Kund:innen sollen möglichst nichts von der Krise spüren – alle Märkte bleiben geöffnet, das Sortiment ist voll verfügbar. Ein deutliches Warnsignal gibt es aber doch: Gutscheinkarten, Wertgutscheine und Erlebnisgutscheine aus dem VonHier-Bonusprogramm werden vorerst nicht mehr eingelöst.
Verwendete Quellen:
Lebensmittelzeitung
Nachrichtenagentur dpa
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