Rettung gescheitert
Druckmaschinenbauer Manroland schließt Werk nach Insolvenz
Veröffentlicht:
von Momir Takac:newstime
Insolvenz: Was bedeutet das für Unternehmen?
Videoclip • 01:15 Min • Ab 12
Manroland ist weltweit führend in der Herstellung von Druckmaschinen. Doch jetzt muss das Unternehmen seinen Standort in Offenbach dichtmachen.
Das Wichtigste in Kürze
Ende Februar hatte Manroland Insolvenz angemeldet.
Die Rettung des Druckmaschinenherstellers scheiterte.
Jetzt wird das Werk im hessischen Offenbach geschlossen.
In Deutschland muss ein weiteres Traditionsunternehmen einen Standort dichtmachen. Manroland war im hessischen Offenbach über Jahrzehnte ein weltweit führender Hersteller von Druckmaschinen mit Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert. Jetzt muss die Fertigung endgültig beendet werden.
Druckmaschinenhersteller Manroland schließt Betrieb in Offenbach
Der Standort in Offenbach wird zum 31. Mai geschlossen. Von den insgesamt rund 750 Beschäftigten verlieren mindestens 660 ihren Job, wie "hessenschau" berichtet. Lediglich einige Dutzend Mitarbeiter sollen letzte Aufträge abarbeiten, sagte ein Sprecher. Manroland ist ein bekannter Hersteller von Druckmaschinen, der sich auf den Offsetdruck spezialisiert hat.
Das Aus für den Standort Offenbach kommt nicht überraschend. Ende Februar hatte das Manroland beim Amtsgericht Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Rettungsversuche scheiterten jedoch. "Wir haben weltweit nach Investoren gesucht. Das Problem: Überall gibt es Überkapazitäten für diese Druckanlagen. Daher haben wir bisher keine seriösen Angebote erhalten", sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz der "Bild". 2025 habe das Unternehmen mehr als 40 Millionen Verlust gemacht.
IG Metall macht Manroland-Mutter schwere Vorwürfe
Ursprünglich sollte das Service- und Ersatzteilgeschäft gerettet werden. Doch auch damit wird es nichts. "Da gibt es Interessenten. Allerdings gilt nach heutigem Erkenntnisstand: Auch diese Geschäftsfelder wird es nicht in Offenbach geben", erklärte Geiwitz. Laut Unternehmensangaben soll die vollständige Abwicklung bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Der Betriebsrat von Manroland in Offenbach sprach von einer "Hiobsbotschaft für die Belegschaft". Die Gewerkschaft IG Metall hält dem britischen Eigentümer Langley Holdings Versäumnisse vor. Seit Jahren habe es keine Investitionen gegeben, das Unternehmen sei systematisch ausbluten gelassen worden, sagte Betriebsratschef Stefan Vogler "hessenschau". Ebenfalls insolvent ist der Teleshopping-Sender QVC, und bei der Kaufhauskette Galeria mehren sich Anzeichen für eine erneute Krise.
Verwendete Quellen:
bild.de: "Maschinenhersteller mach nach Insolvenz sicht"
hessenschau.de: "Manroland schließt Werk in Offenbach"
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