Hohe Abfindungen locken

BMW beendet Abfindungsprogramm wegen großer Nachfrage

Aktualisiert:

von Max Strumberger

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BMW muss Abfindungsprogramm stoppen

Videoclip • 01:27 Min • Ab 12


BMW zieht die Notbremse: Das freiwillige Abfindungsprogramm für rund 40.000 Beschäftigte in Deutschland wird vorerst ausgesetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigentlich soll das Programm BMW helfen, bis Ende 2027 rund 8.000 Stellen abzubauen.

  • Doch das Interesse an den Abfindungen ist so groß, dass die Personalabteilung an ihre Grenzen stößt.

  • Nun werden die Anfragen vorübergehend gedrosselt.

BMW hat sein freiwilliges Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland vorerst gestoppt. Nur wenige Tage nach dem Versand individueller Angebote an rund 40.000 Mitarbeiter sei der Andrang so groß geworden, dass die Personalabteilung die Anfragen nicht mehr in der nötigen Geschwindigkeit bearbeiten könne. Ein BMW-Sprecher bestätigte, das Angebot sei auf "großes Interesse" gestoßen. Zum weiteren Vorgehen äußerte sich der Konzern zunächst nicht.

Bereits kurz nach dem Start geriet das interne Personalportal zeitweise an seine Belastungsgrenze. Dort konnten die Beschäftigten ihre persönlichen Konditionen einsehen beziehungsweise die mögliche Abfindung berechnen lassen. Mit einem Klick ist der Vorgang allerdings nicht abgeschlossen: Wer das Angebot annehmen möchte, muss Gespräche mit der Personalabteilung führen und anschließend einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen. Gerade diese Gespräche können derzeit offenbar nicht mehr geordnet organisiert werden.


BMW will rund 8.000 Stellen abbauen

Die Höhe der Abfindungen hängt unter anderem vom Einkommen und der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Aus Unternehmenskreisen hieß es, die Konditionen seien vor allem für ältere, langjährige Beschäftigte mit höherem Gehalt attraktiv. Teilweise ist von Summen in Höhe mehrerer Hunderttausend Euro die Rede. BMW kommentiert einzelne Beträge grundsätzlich nicht und betont, die Angebote seien individuell sowie nach einheitlichen Grundsätzen berechnet worden.

Hinter dem Programm steht ein umfassender Stellenabbau: Bis Ende 2027 will BMW weltweit rund 8.000 Arbeitsplätze abbauen, vor allem im sogenannten indirekten Bereich. Betroffen sind damit unter anderem Verwaltung, Buchhaltung sowie Forschung und Entwicklung, nicht jedoch die Produktion. Neben freiwilligen Aufhebungsverträgen setzt der Konzern auf Altersteilzeit und natürliche Fluktuation. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der Vereinbarung mit dem Gesamtbetriebsrat ausgeschlossen.

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Düsterer Ausblick bei BMW

Der Sparkurs kommt zu einer schwierigen Zeit für BMW. Der Absatz in China ist eingebrochen, zugleich verschärft sich der Wettbewerb auf dem globalen Automarkt. Im Sommer senkte der Konzern seine Gewinnprognose deutlich; im zweiten Quartal fiel der Vorsteuergewinn um 35,1 Prozent auf 1,697 Milliarden Euro. Das Abfindungsprogramm soll zunächst einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Ab 2028 erwartet BMW dadurch jedoch jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Euro. Angesichts des starken Interesses könnte das Abbauziel früher erreicht werden als geplant.


Verwendete Quellen:

BR: "Massives Interesse: BMW muss Abfindungsprogramm vorerst stoppen"

T-Online: "Zu viele Anfragen: Autobauer stoppt Abfindungsprogramm"

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