Wetterphänomen

Altweibersommer: Warum es im Herbst oft noch einmal warm wird

Aktualisiert:

von Claudia Scheele

:newstime

Wie der Deutsche Wetterdienst das Wetter berechnet

Videoclip • 01:15 Min • Ab 12


Sonne, warme Tage und glitzernde Spinnfäden: Der Altweibersommer bringt häufig zwischen Mitte September und Anfang Oktober spätsommerliches Wetter nach Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Altweibersommer bezeichnet eine warme, sonnige Hochdruckphase meist zwischen Mitte September und Anfang Oktober.

  • Typisch sind Temperaturen über 20 Grad, morgendlicher Nebel und glitzernde Spinnfäden in der Sonne.

  • Die Bezeichnung hängt vermutlich mit den silbrig schimmernden Fäden zusammen, ihre genaue sprachliche Herkunft ist aber nicht eindeutig geklärt.

Wenn sich nach ersten kühlen Nächten noch einmal sonnige und warme Tage einstellen, sprechen viele vom Altweibersommer. Gemeint ist eine stabile Schönwetterperiode im Frühherbst, die meist von Mitte September bis Anfang Oktober auftritt. Oft steigen die Temperaturen dann noch einmal über 20 Grad.

Typisch sind auch Nebelfelder am Morgen, vor allem in Flussniederungen. Sobald die Sonne höher steht, lösen sie sich häufig rasch auf. Für einen echten Altweibersommer braucht es keine offizielle meteorologische Definition. Als Orientierung gelten aber mindestens drei warme, sonnige Tage mit viel Sonnenschein.


Hochdruck bringt warme, trockene Luft

Ausgelöst wird das Wetterphänomen häufig durch ein Hochdruckgebiet über Osteuropa. Es kann trockene und warme Luft nach Mitteleuropa lenken. Die klare Luft und der Sonnenschein sorgen dann dafür, dass Parks, Gärten und Wälder besonders intensiv herbstlich leuchten.

Der Altweibersommer ist jedoch nicht garantiert. Zieht frühzeitig feuchte und kühlere Luft auf, endet die warme Phase schnell. Auch alte Bauernregeln beschäftigten sich mit dem Wetter im September. Eine lautet: "Kommt der Michel heiter und schön, wird’s vier Wochen weitergehn’." Gemeint ist der 29. September, der Tag des heiligen Michael.


Warum Spinnenfäden zum Altweibersommer gehören

Besonders auffällig sind im Altweibersommer die feinen Spinnfäden, die zwischen Gräsern, Zweigen oder an Zäunen glitzern. Die Tiere sind nicht plötzlich zahlreicher als sonst, aber als ausgewachsene Spinnen und mit ihren Netzen besser sichtbar. Kleine Baldachinspinnen lassen sich zudem an langen Fäden vom Wind tragen.

Nach kühlen Nächten setzen sich Tautropfen auf den Fäden ab. In der Morgensonne sehen sie wie silberne Haare oder kleine Perlenketten aus. Diese optische Verbindung gilt als eine mögliche Erklärung für den Begriff Altweibersommer. Das Wort "Weiber" war früher nicht automatisch abwertend. Die genaue sprachliche Herkunft ist allerdings bis heute nicht eindeutig geklärt.

Mehr Wetter-News:

Auch Fadensommer oder Mariensommer genannt

Regional trägt das Wetterphänomen andere Namen, etwa Fadensommer, Mariensommer oder Witwensommer. In Nordamerika gibt es mit dem Indian Summer ein ähnliches Phänomen. Hält die warme, sonnige Phase bis weit in den Oktober an, wird häufiger vom Goldenen Oktober gesprochen.


Verwendete Quellen:

Wetteronline: "Altweibersommer"

Mehr entdecken