Globale Raumfahrt-Pläne
NASA-Studie: Bakterien könnten in Mondkratern überleben
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
NASA will dauerhafte Mondbasis errichten
Videoclip • 01:29 Min • Ab 12
Seit Jahren schon läuft ein neuer Wettlauf zum Mond. Wenn Menschen dort wieder landen, sollten sie jedoch auf blinde Passagiere achten, zeigt eine neue NASA-Studie.
Das Wichtigste in Kürze:
In schattigen Bereichen des Mondes haben einige Mikroorganismen Überlebenschancen, zeigt eine neue NASA-Studie.
Das ist für kommende Mondmissionen von Bedeutung.
In den kommenden Jahren sollen erstmals nach einem halben Jahrhundert wieder Menschen auf dem Mond landen.
Mit viel Entdeckerlust sind Menschen schon in fast jeden Winkel der Erde gereist. Zum Leidwesen einiger Erdbewohner:innen haben sie dabei Viren und Bakterien mitgeschleppt. Wenn in den kommenden Jahren wieder Menschen den Mond besuchen, könnte das auch zum Problem werden, zeigt nun eine neue Studie.
Galt der Mond bislang als viel zu lebensfeindlich für irdische Mikroorganismen, haben Forscher:innen des NASA Goddard Space Flight Center (GSFC) nun berechnet, dass in Stellen, die durch einen Schatten geschützt sind, Bakterien und Pilze durchaus eine Überlebenschance haben.
In einem ruhenden Zustand verharren
Das Verhalten von drei Bakterienarten und mehreren Pilzarten wurde in der Studie simuliert, berichtet das Wissensmagazin scinexx. Das Forscherteam berechnete demnach, wie stark Hügel, Kraterränder und kleinere Unebenheiten die direkte und gestreute UV-Strahlung abschirmen. Drei Regionen des Südpols wurden dafür ausgewählt, die für die künftige bemannte Erkundung besonders relevant sind.
Das Ergebnis: Überall gab es Bereiche, in denen einige Mikroorganismen vorübergehend lebensfähig bleiben könnten. Auch wenn sie in den verschatteten Regionen kaum wachsen und gedeihen können, könnten sie dort in einer Art Winterschlaf verharren.
Auch in den News:
Auf blinde Passagiere achten
Nach der weltweit beachteten Mond-Umrundung von "Artemis 2" in diesem Frühjahr sollen im kommenden Jahr Astronauten mit "Artemis 3" in der Erdumlaufbahn Andockmanöver mit Mondlandefähren erproben. Für 2028 sind mit "Artemis 4" und "Artemis 5" gleich zwei Mondmissionen geplant. Erstmals nach einem halben Jahrhundert sollen dann auch wieder Menschen auf dem Mond landen.
Die Forschungsergebnisse haben daher eine durchaus praktische Bedeutung. Die Co-Autorin der Studie, Heather Graham, schreibt, es müsse bei der ersten Erkundung der Regionen besonders auf mikrobielle blinde Passagiere geachtet werden. Bevor durch den Besuch von Menschen die stoffliche Zusammensetzung des Mondes verändert werde, müsse alles dafür getan werden, die Oberfläche zu analysieren. Vorschriften zur Keimbelastung für Raumfahrzeuge gibt es bislang offenbar nicht.
Der bisher letzte Mensch auf dem Mond war im Dezember 1972 dort, während der Nasa-Mission "Apollo 17". Längerfristig soll am Mond die Station "Gateway" entstehen.
Verwendete Quellen:
science.nasa.gov: Human-Related Microbes May Survive Moon’s South Pole, NASA Finds
scinexx.de: Irdische Bakterien und Pilze können am Südpol des Mondes überleben
Nachrichtenagentur dpa
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