Bis 2027
Düstere Prognose: Pflege droht laut AOK ein Acht-Milliarden-Loch
Veröffentlicht:
von Michael Reimers:newstime
Kann Linnemann Gesundheitsminister?
Videoclip • 01:57 Min • Ab 12
Die Bundesregierung arbeitet an einer Reform der Pflegeversicherung, während die Kosten weiter aus dem Ruder laufen. Aus der AOK kommen zwei Vorschläge, um höhere Beiträge zu vermeiden.
Die Prognose der AOK ist düster: Nach den Worten von Bundesverbandschefin Carola Reimann zeichnet sich noch in diesem Jahr ein Defizit von acht Milliarden Euro ab. Das drohende Loch erscheine noch dramatischer als das Finanzproblem der Gesetzlichen Krankenversicherung, sagte Reimann der Funke-Mediengruppe, denn es umfasse über ein Zehntel des gesamten Ausgabenvolumens der sozialen Pflegeversicherung von 70 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Kasse geht davon aus, dass das für dieses Jahr vom Bund bereitgestellte Darlehen von 3,2 Milliarden Euro nicht bis zum Ende des Jahres ausreichen wird.
Mehr Geld aus Steuermitteln?
Können also höhere Beiträge noch verhindert werden? Reimann schlägt als mögliche zusätzliche Entlastung einen Finanzausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung vor. Die AOK-Chefin forderte außerdem, gesamtgesellschaftliche Aufgaben der Pflegeversicherung aus Steuermitteln zu finanzieren. Dazu zählt sie auch die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige.
Die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), geplante Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige nicht mitzutragen, begrüßt Reimann. Die schwarz-rote Koalition arbeitet an einer Reform der Pflegeversicherung, die derzeit - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten trägt. Pflegebedürftige bekommen Leistungen der Pflegekasse, müssen dazu aber einen Eigenanteil leisten.
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Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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