Chemische Spuren entdeckt

Hat die Sonne einst eine Supererde verschluckt?

Veröffentlicht:

von Joachim Vonderthann

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Die Sonne könnte in ihrer Frühzeit einen Planeten aufgenommen haben, der deutlich größer als die Erde war. Ein Forschungsteam sieht darin eine mögliche Erklärung für bislang ungeklärte Eigenschaften unseres Zentralgestirns.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Forschungsteam sieht Hinweise darauf, dass die junge Sonne eine Supererde aufgenommen haben könnte.

  • Bewiesen ist die Theorie aber noch nicht.

  • Sie könnte erklären, warum unser Sonnensystem sich von anderen unterscheidet.

Unsere Sonne könnte in ihrer Frühzeit einen massereichen Planeten verschluckt haben. Darauf deuten Berechnungen eines Forschungsteams um Mutlu Yildiz von der Ege-Universität im türkischen Izmir hin. Die möglichen Spuren dieses Vorgangs könnten noch heute tief im Inneren der Sonne verborgen sein. Darüber berichtet Space.com.

Ausgangspunkt der Untersuchung sind Abweichungen zwischen Beobachtungsdaten der Sonne und Vorhersagen gängiger Modelle zur Sternentwicklung. Mithilfe spezieller Software spielten die Forschenden verschiedene Szenarien durch. Das Ergebnis: Besonders gut ließen sich die beobachteten Abweichungen erklären, wenn die junge Sonne einen Planeten aufgenommen hätte, der etwa fünf- bis zehnmal so massereich wie die Erde war.

Wissenschaftler:innen haben Hinweise, dass unsere Sonne einst Planeten geschluckt haben könnte.

Bild: Nasa/PA Media/dpa


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Mögliche Supererde im jungen Sonnensystem

Solche Planeten werden als Supererden bezeichnet. Sie sind größer als die Erde, aber kleiner als Eisriesen wie der Neptun. Der Name bedeutet nicht automatisch, dass es sich um erdähnliche oder bewohnbare Welten handelt.

In anderen Planetensystemen sind Supererden weit verbreitet. Im Sonnensystem gibt es dagegen keinen Planeten dieser Größe. Die neue Studie liefert dafür eine mögliche Erklärung: Vielleicht entstand einst im inneren Sonnensystem eine Supererde – und geriet später in die Sonne, wie t-online berichtet.

Frühere Untersuchungen hatten bereits darauf hingedeutet, dass sich innerhalb der heutigen Merkur-Umlaufbahn eine oder mehrere Supererden gebildet haben könnten. In einer sogenannten protoplanetaren Scheibe aus Gas und Staub bewegen sich junge Planeten durch Material rund um einen Stern. Dabei könnten sie nach innen gewandert und schließlich in die junge Sonne gestürzt sein.

Theorie beruht auf Modellen

Die Forschenden betonen jedoch, dass es sich bislang um eine Theorie handelt. Die Untersuchung basiert auf Computermodellen und auf Eigenschaften der Sonne, die bisher nicht vollständig erklärt sind.

Auch andere Ursachen könnten für die festgestellten Abweichungen verantwortlich sein. Zudem setzt das Modell nicht zwingend voraus, dass der Planet vollständig von der Sonne aufgenommen wurde.

Das Team geht dennoch davon aus, dass eine verschluckte Supererde strukturelle und chemische Veränderungen im Inneren der Sonne hinterlassen haben könnte. Diese Spuren wären demnach grundsätzlich nachweisbar.


Was ist eine protoplanetare Scheibe?

Eine protoplanetare Scheibe besteht aus Gas und Staub und umgibt junge Sterne. In ihr können sich über lange Zeiträume Planeten bilden. Auch unser Sonnensystem entstand vor Milliarden Jahren aus einer solchen Scheibe.

Die mögliche verschluckte Supererde wäre damit Teil einer sehr frühen und turbulenten Phase unseres Sonnensystems gewesen – lange bevor die Erde, der Mars und die anderen heute bekannten Planeten ihre endgültigen Bahnen erreichten.


Verwendete Quellen:

Space.vom: "The sun may once have swallowed a super-Earth planet and could still be hiding the evidence"

t-online: "Sonne könnte Planeten verschluckt haben"

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