Bis Ende 2027

Bahnstrecke Berlin-Hannover: 80 Minuten mehr Fahrzeit wegen Sanierung

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Bahn streicht ICE Berlin-Paris

Videoclip • 58 Sek • Ab 12


Ab Oktober bis Ende 2027 dauert die Bahnfahrt Berlin und Lehrte bei Hannover deutlich länger. Grund ist die Generalsanierung der Strecke.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Deutsche Bahn hat Details ihres Umleitungskonzepts für die Generalsanierung der Strecke Berlin-Lehrte bekannt gegeben.

  • Demnach verlängert sich die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin für rund 14 Monate um fast anderthalb Stunden.

  • Sämtliche Fernzüge auf dieser Strecke werden von Oktober 2026 bis Dezember 2027 über Magdeburg und Braunschweig umgeleitet.

Fahrgäste im Fernverkehr der Deutschen Bahn müssen für die Fahrt zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin über Hannover ab Oktober für rund 14 Monate fast eineinhalb Stunden mehr einplanen. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) über ein neues Umleitungskonzept der Bahn für die Zeit während der sogenannten Generalsanierung der Strecke Berlin-Lehrte.

Wie der bundeseigene Konzern nun bekannt gab, werden vom 2. Oktober an bis Dezember des kommenden Jahres sämtliche Fernzüge zwischen Berlin und Hannover über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Das betrifft insbesondere die Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die über Hannover fahren. Die Fahrzeit verlängert sich damit den Angaben zufolge um 80 Minuten. Am Tag sollen pro Zwei-Stunden-Zeitraum jeweils drei Fernzüge je Richtung unterwegs sein.


Stammbahn-Elektrifizierung verzögert sich um ein Jahr

Eigentlich sollte ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember zumindest ein Teil der Fernzüge wieder auf direktem Weg zwischen Berlin und Hannover fahren, und zwar eingleisig über die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufenden Stammbahn. Doch die derzeit laufende Elektrifizierung dieser Ausweichstrecke verzögert sich erheblich und wird den Angaben der Bahn zufolge ebenfalls bis Dezember 2027 dauern – ein Jahr länger als ursprünglich geplant.

Unklar blieb zudem, was mit den Halten Stendal und Wolfsburg passiert. Halteoptionen würden derzeit geprüft, teilte die Bahn mit. Die rund 227 Kilometer lange Strecke Berlin-Lehrte soll zwischen Oktober dieses Jahres und Dezember 2027 umfassend saniert und dafür vollständig gesperrt werden. Weichen, Gleise und Oberleitungen werden erneuert. Der Fernverkehr auf der hochbelasteten Strecke soll damit mittelfristig wieder zuverlässiger und pünktlicher unterwegs sein.

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Reisende erwarten erhebliche Einschränkungen

Für Reisende bedeutet das bis dahin erhebliche Einschränkungen, auch im Nahverkehr. Die Bahn will eigenen Angaben zufolge ein "verlässliches Grundangebot" bereitstellen. "Dort, wo keine Züge fahren können, sind leistungsfähige Ersatzverkehre mit Bussen vorgesehen, um die Auswirkungen notwendiger Fahrplananpassungen für Reisende möglichst gering zu halten", hieß es. Die Züge würden möglichst nah an den gesperrten Streckenabschnitt herangeführt. Ein detaillierteres Konzept werde derzeit ausgearbeitet.

Der Güterverkehr wird den Angaben zufolge ebenfalls über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Die Strecke soll für die deutlich höhere Auslastung in den kommenden Wochen umfangreich vorbereitet werden. "Ab Ende Januar 2027 steht für Güterzüge eine zusätzliche zweite Umleitungsstrecke über Halle nach Eichenberg zur Verfügung, die derzeit modernisiert und ausgebaut wird", hieß es. Dafür verschiebe die Bahn dort für den Sommer 2027 geplante Bauarbeiten.


Private Güterbahnen lehnen Pläne als "unverantwortlich" ab

Der Verband der privaten Güterbahnen reagierte mit scharfer Kritik auf die ersten Details zur Sanierung. "Wir lehnen die vorgestellten Pläne der DB InfraGo rundweg ab. Sie sind mit dem Güterverkehr nicht vorschriftsmäßig konsultiert und sie sind unverantwortlich", sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger. "Die Vollsperrung muss ganz oder teilweise verschoben werden, wenn es der DB nicht gelingt, das dritte Gleis parallel zur Schnellfahrstrecke als Umleiterstrecke zur Verfügung zu stellen."

Mit den Generalsanierungen will die Deutsche Bahn bis Mitte der 2030er-Jahre mehr als 40 stark ausgelastete Streckenkorridore umfassend sanieren und damit wieder für mehr Zuverlässigkeit im Netz sorgen. Nach Verzögerungen und Problemen bei zuletzt zwei solcher Sanierungsprojekte hat Bahnchefin Evelyn Palla angekündigt, das Konzept zu überprüfen und Zeitpläne anzupassen.


Verwendete Quelle:

Nachrichtenagentur dpa

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