Ukraine-Krieg
Ukrainische Soldaten fliehen während Ausbildung in Deutschland
Veröffentlicht:
von Max Strumberger:newstime
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Videoclip • 01:40 Min • Ab 12
Deutschland bildet ukrainische Soldaten für den Krieg gegen Russland aus. Doch einige nutzten dies aus, um zu desertieren. Besonders ein Standort steht im Fokus.
Das Wichtigste in Kürze
Auf deutschen Truppenübungsplätzen werden auch ukrainische Soldaten für das Kriegshandwerk ausgebildet.
Doch einige nutzen den Aufenthalt nicht für die Vorbereitung auf den Fronteinsatz, sondern zur Flucht.
Allein in Sachsen-Anhalt sind es mehr als 80 Fälle.
Seit Beginn der russischen Vollinvasion haben rund 29.000 ukrainische Soldaten in Deutschland eine mehrwöchige militärische Ausbildung absolviert. Die meisten kehren anschließend in die Ukraine zurück, um dort gegen Russland zu kämpfen. Doch für einige wird der Aufenthalt in Deutschland zur Gelegenheit zur Flucht.
Allein in Sachsen-Anhalt sollen seit 2022 mehr als 80 ukrainische Soldaten ihre Übungsgelände verlassen haben, ohne zurückzukehren. Deutschlandweit ist nach Recherchen der Wochenzeitung "Die Zeit" von mehreren Hundert Fällen die Rede. Besonders häufig ging es demnach um Soldaten, die auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow ausgebildet wurden.
Deserteuren drohen lange Haftstrafen
Viele der Geflüchteten seien in der Ukraine nicht freiwillig zur Armee gegangen, sondern zwangsrekrutiert worden. Nach ukrainischem Recht gelten sie als Deserteure. Bei einer Rückkehr drohen ihnen laut dem Bericht Haftstrafen von bis zu zwölf Jahren. Die Flucht aus Deutschland schützt sie allerdings nicht automatisch vor einer strafrechtlichen Verfolgung in der Ukraine.
Auch der deutsche Schutzstatus für ukrainische Geflüchtete greift in diesen Fällen nicht. Ukrainische Soldaten, die von ihrer Regierung zur Ausbildung nach Deutschland geschickt wurden, gelten nicht als Menschen, die aus der Ukraine vertrieben wurden. Deshalb fallen sie nicht unter den Schutz nach Paragraf 24 des Aufenthaltsgesetzes.
Mehr zu dem Thema:
Ukraine rekrutiert mehr unerfahrene Männer
Die Entwicklung verweist zugleich auf den wachsenden Personalmangel der ukrainischen Armee. Während zu Beginn des Krieges vor allem erfahrene und hochmotivierte Soldaten nach Deutschland kamen, werden inzwischen zunehmend unerfahrene Männer eingezogen, die nicht kämpfen wollen. Vom Wehrdienst ausgenommen sind unter anderem bestimmte Berufsgruppen, Studierende, Väter mit mindestens drei Kindern und Männer unter 25 Jahren. Die allermeisten in Deutschland ausgebildeten Soldaten kehren dennoch in die Ukraine zurück.
Verwendete Quellen:
Die Zeit
Nachrichtenagentur dpa
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