Entgleiste Bahn in Oberbayern
Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Zwei Bahn-Mitarbeiter freigesprochen
Veröffentlicht:
von Chiara DamnitzVier Frauen sowie ein 13-Jähriger starben bei dem Unfall. (Archivbild)
Bild: Uwe Lein/dpa
Vor dreieinhalb Jahren starben fünf Menschen bei einem schweren Zugunglück in Oberbayern. Die Justiz hat den Fall aufgearbeitet - und jetzt geurteilt.
Zwei angeklagte Bahn-Mitarbeiter freigesprochen
Im Prozess um das Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten und Dutzenden Verletzten sind die beiden angeklagten Bahn-Mitarbeiter freigesprochen worden. Das hat das Landgericht München II entschieden.
Die Staatsanwaltschaft hatte Freiheitsstrafen auf Bewährung für die beiden Männer gefordert: für den Fahrdienstleiter ein Jahr auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung, für den zuständigen Bezirksleiter zwei Jahre. Die Verteidiger der Angeklagten forderten jeweils Freispruch für ihre Mandanten.
Fünf Tote, 70 Verletzte
Fünf Menschen starben und mehr als 70 wurden verletzt als der Zug vor dreieinhalb Jahren in Burgrain bei Garmisch-Partenkirchen entgleiste. Der Grund waren marode Schienen. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die beiden Angeklagten das Unglück hätten verhindern können. Die Einschätzung teilte das Gericht nicht.
Die Staatsanwältin sah bei dem Bezirksleiter, der Instandsetzungsmaßnahmen immer wieder verzögert haben soll, "wiederholtes und systematisches Versagen" über Jahre hinweg.
Bei dem Fahrdienstleiter sah die Staatsanwaltschaft lediglich ein "Augenblicksversagen" nach jahrelang tadelloser Arbeit. Er hatte am Vortag des Unglücks den Hinweis eines Lokführers über Auffälligkeiten an der späteren Unfallstelle nicht weitergeleitet.
Beide Angeklagte hatten sich im Prozess ergriffen und sehr betroffen über das Unglück gezeigt. Zu Beginn des Prozesses hatten sie sich umfangreich geäußert und bei den Hinterbliebenen und Betroffenen entschuldigt. Nach den Plädoyers ihrer Anwälte schlossen sie sich jeweils den Ausführungen ihrer Verteidiger an. Der Bezirksleiter betonte noch einmal, wie leid ihm das Unglück tue und wünschte den Betroffenen viel Kraft.
Das könnte Sie auch interessieren:
Nach Millionen-Entschädigung: Justizopfer Manfred Genditzki blickt nach vorn
Nach Auto-Anschlag in München: Prozessstart in der Nähe von Tatort
Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
SAT.1 Bayern verpasst? Hier ansehen:
Alle Videos bei Joyn:
Mehr entdecken

Ertrunkene in Bayern
Anstieg zum Vorjahr: 84 Tote durch Ertrinken in Bayern 2025

Blindgänger
Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt: Entschärfung in Nürnberg

Leichenfund in Niederbayern
Vermisster 39-Jähriger gefunden? Leiche im Landkreis Kehlheim entdeckt

Stichwahl in München
Kommunalwahl in Bayern: "Harter Kampf" für Dieter Reiter bei Stichwahl

Metall und Elektro
Im wichtigsten Industriezweig: Bayerns Exportstärke schwindet

Wechselhaftes Wetter
Wetter in Bayern: Sonne, Frost und kurze Gewitter möglich


