Gescheiterte Pkw-Maut
Prozessbeginn: Ex-Minister Scheuer weist Vorwürfe zu Maut-Debakel zurück
Veröffentlicht:
von Magdalena FürstEx-Bundesverkehrsminister Scheuer vor Gericht.
Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Die gescheiterte Pkw-Maut hat die Politik auf vielen Ebenen beschäftigt. Nun beginnt ein weiteres Kapitel: Für den ehemaligen CSU-Minister hat das Debakel ein juristisches Nachspiel.
Scheuer weist Vorwurf einer Falschaussage zurück
Der frühere Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat zum Prozessauftakt den Vorwurf einer Falschaussage im Zusammenhang mit der gescheiterten Pkw-Maut zurückgewiesen. Scheuer sagte vor dem Landgericht Berlin, er habe vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags wahrheitsgemäß geantwortet. "Es nimmt mich emotional sehr mit, hier heute zu sitzen."
"Keine Erinnerung an Verschiebungsangebot"
Die Staatsanwaltschaft wirft Scheuer vor, vor dem Untersuchungsausschuss gelogen zu haben. Der Anklage zufolge sollen Vertreter der vorgesehenen Maut-Betreiber Scheuer im November 2018 angeboten haben, den Vertrag erst dann zu unterzeichnen, wenn der Europäische Gerichtshof über die Klage Österreichs gegen die Pkw-Maut entschieden habe. Hierzu hätten Scheuer und Schulze im Untersuchungsausschuss des Bundestags "bewusst wahrheitswidrig" und "entgegen ihrer tatsächlichen Erinnerung" angegeben, sie könnten sich nicht an ein "Verschiebungsangebot" im Rahmen eines Treffens am 29. November 2018 erinnern.
Scheuer sagte vor Gericht: "An ein Verschiebungsangebot habe ich keine Erinnerung." Er habe dies nicht zum Zeitpunkt der Vernehmung des Untersuchungsausschusses gehabt - und er habe sie auch heute nicht. Scheuer sagte weiter, er glaube nicht, in seinem politischen Leben alles richtig gemacht zu haben. Aber politische Verantwortung und der Vorwurf einer Straftat seien etwas anderes.
Bislang zwölf Prozesstage geplant
Das Gericht hat bislang insgesamt zwölf Prozesstage geplant. Ein Urteil könnte demnach am 25. November gesprochen werden. Das Gesetz sieht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor.
Die geplante Pkw-Maut war im Juni 2019 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) als rechtswidrig gestoppt worden. Zentraler Knackpunkt war, dass nur Fahrer aus dem Inland für die Maut voll bei der Kfz-Steuer entlastet werden sollten. Scheuer war damals Verkehrsminister.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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