Schlechte Aussichten
Metall- und Elektroindustrie in Bayern: Weniger Produktion und Beschäftigte
Veröffentlicht:
von Alice Majewski17:30 SAT.1 Bayern
Bayerns Metall- und Elektroindustrie: Produktion und Jobs gehen zurück
Videoclip • 29 Sek • Ab 12
Im ersten Quartal gab es weniger Produktion und weniger Beschäftigte. Es gibt aber auch Bereiche, die sich dem Abwärtstrend entziehen.
Weniger Produktion und Beschäftigte
Die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist auf Talfahrt. Im ersten Quartal sanken sowohl die Beschäftigung als auch die Produktion in der wichtigen Branche, wie die Arbeitgeberverbände bayme vbm mitteilen. 845.000 Beschäftigte waren rund 3000 weniger als im Vorquartal und 17.000 weniger als vor einem Jahr. Vergleicht man mit dem Januar 2024, dem letzten Zwischenhoch, sind inzwischen sogar fast 30.000 Stellen verloren gegangen.
Schlechte Aussichten erwartet
Und die Aussichten sind nicht gut: "Wir erwarten, dass sich der Abbau von Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten fortsetzt", sagt Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. "Die Kurzarbeit sinkt ebenfalls. Das mag auf den ersten Blick überraschend sein, die Ursache ist jedoch alarmierend: Da die Krise so lange anhält, bleibt vielen Betrieben nur noch die Möglichkeit, Beschäftigung abzubauen, statt sie mit Hilfe des Kurzarbeitergelds zu halten."
Die Produktion sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4 Prozent und damit noch stärker als die Beschäftigung. Unter anderem gab es laut bayme vbm deutliche Einbußen von rund 8 Prozent bei den beiden größten Wirtschaftszweigen, der Kfz-Industrie und dem Maschinenbau. Im sonstigen Fahrzeugbau ging es allerdings mit 10 Prozent deutlich nach oben. Er profitiere "von einer konstant hohen Nachfrage nach zivilen Luftfahrzeugen sowie steigenden Ausgaben für Rüstungsgüter", heißt es.
Dramatische Lage und ein Lichtblick
"Die Lage ist dramatisch", sagt Brossardt. "Einen Lichtblick bilden zumindest die Neuaufträge, die seit einiger Zeit vorsichtig aufwärts gerichtet sind." Allerdings sei das Auftragsvolumen weiter auf niedrigem Niveau, sodass die Betriebe weiter mit Überkapazitäten zu kämpfen hätten.
Nachdem sich die wirtschaftliche Lage und Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie in der zweiten Jahreshälfte 2025 vorsichtig stabilisiert habe, sorge der Iran-Krieg nun für eine erneute wirtschaftliche Zäsur, fasst Brossardt zusammen. "Geopolitische Krisen haben die bayerische M+E Industrie weiter fest im Griff, denn zwei Drittel ihrer Umsätze macht sie auf Auslandsmärkten."
"Keine Zeit mehr zu verlieren"
Zudem kämpften die Unternehmen damit, dass die Standortbedingungen im Inland nicht mehr wettbewerbsfähig seien, klagt Brossardt. "Bis zum Sommer muss die Bundesregierung den Reform-Turbo zünden, um den Dauerstillstand der vergangenen Jahre zu beenden. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren."
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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