Gewerkschaft Verdi in Nürnberg
Nach Drohbrief an Verdi: Mutmaßlicher Verfasser ermittelt
Veröffentlicht:
von Josefine EnkeDer Verdächtige stammt aus dem Nürnberger Umland. Die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr könnten nach Ansicht der Ermittler der Beweggrund für den Drohbrief gewesen sein. (Archivbild)
Bild: Sven Grundmann/NEWS5/dpa
Ein Drohbrief mit einem verdächtigen weißen Pulver an die Gewerkschaft Verdi sorgte für stundenlange Aufregung. Nun gibt es einen Verdächtigen. Was war sein Motiv?
Pulver war ungefährlich
Der mutmaßliche Verfasser eines Drohbriefs mit einem verdächtigen weißen Pulver an die Gewerkschaft Verdi in Nürnberg konnte ermittelt werden. Der Mann stamme aus dem Nürnberger Umland, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Heike Klotzbücher. Weitere Details zu dem Verdächtigen nannte sie nicht.
Der Drohbrief hatte im Februar für einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften am Gewerkschaftshaus am Kornmarkt gesorgt. Mitarbeitende der Gewerkschaft mussten über Stunden in dem Gebäude in Quarantäne ausharren. Später ergaben Analysen, dass das Pulver ungefährlich war.
Brief brachte die Ermittler auf die Spur
Die Ermittler waren mit Hilfe des Briefes auf die Spur des Mannes gekommen. "Wie genau möchte ich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen", betonte Klotzbücher. Die "Nürnberger Nachrichten" hatten zuvor darüber berichtet.
Die Ermittler gehen davon, dass die Warnstreiks von Verdi im öffentlichen Nahverkehr den Verdächtigen so sehr erzürnten, dass er den Drohbrief verfasste. Darin hieß es nach Verdi-Angaben von damals, dass alle Beschäftigten der Gewerkschaft "an Milzbrand sterben" sollten. "Der Zusammenhang wird aber noch ermittelt", sagte Klotzbücher.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Verdächtigen die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten vor. Im Fall einer Verurteilung könnten ihm nach Angaben von Klotzbücher eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren drohen. Um was es sich bei dem Pulver in dem Brief genau gehandelt hat, ist demnach immer noch unklar.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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