Tarifverhandlungen
Erneute Nahverkehrs-Streiks: Nürnberg und Landshut betroffen
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von Chiara DamnitzVor der erneuten Tarifrunde am 15. April gibt es in Bayern wieder Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr. (Archivbild)
Bild: Stefan Puchner/dpa
In Nürnberg trifft der Nahverkehrs-Streik das Volksfest, in München herrscht ohnehin Stammstrecken-Chaos. Wie sich der Ausstand auswirkt und welche Rolle ein Nürnberger Nostalgie-Oldtimer spielt.
Nach Augsburg folgen Nürnberg und Landshut
Im öffentlichen Nahverkehr wird wieder gestreikt - zum wiederholten Mal seit Anfang Februar. Nach Augsburg sollen am Mittwoch Nürnberg und Landshut folgen. Los ging es in Augsburg. "Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) steht still", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Meier zum 24-stündigen Ausstand. Aktionen in weiteren Städten folgen, so am Mittwoch in Nürnberg und Landshut. Private Busunternehmen und Regionalbahnen wie die S-Bahnen sind davon nicht betroffen. Auch Münchner Fahrgäste kommen glimpflich davon.
Streik trotz Nürnberger Volksfest
In Nürnberg sollen U-Bahnen und Straßenbahnen am Mittwochmorgen ab 5.00 Uhr stillstehen - bis zum Betriebsende in der Nacht zum Donnerstag. Und das, obwohl dort seit Samstag das Volksfest läuft. Die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) will aber einen Streikfahrplan mit Bussen auf den Routen der Nachtlinien anbieten.
Das Volksfest am Dutzendteich ist trotzdem erreichbar - mit der S-Bahn. Wer will, kann ein Angebot des Schaustellerverbands nutzen und auf den "Büssing Präfekt" umsteigen. Vom Hauptbahnhof bringt der rot-weiße Oldtimer Reisende zum Volksfestplatz und zurück, Nostalgiegefühl inklusive. Fünf Fahrten stehen jeweils ab 16.00 Uhr auf dem Fahrplan.
In Landshut ist ebenfalls am Mittwoch das Liniennetz der Stadtwerke betroffen. Es sei davon auszugehen, dass keine Busse im Einsatz sein werden, hieß es.
Streik in München trotz Stammstreckenchaos?
Vielen Fahrgästen in München bleibt derzeit wegen Bauarbeiten an der S-Bahn-Stammstrecke nur der Umstieg auf Bus, Tram und U-Bahn. Das soll trotz Streiks auch am Mittwoch möglich sein. Anders als bei früheren Arbeitsniederlegungen will Verdi den öffentlichen Nahverkehr in der Landeshauptstadt dieses Mal nämlich nicht lahmlegen. Der Grund: die zahlreichen Einschränkungen an der Stammstrecke bis zum 13. April. Viele S-Bahnlinien enden vorzeitig, so dass die Innenstadt ohne Bus, Tram und U-Bahn für Viele nicht erreichbar wäre.
"Gesundheit der Beschäftigten ist kein Nice-to-have"
Der Verdi-Landesbezirk Bayern will den Druck auf die fünfte Tarifrunde am 15. April erhöhen. Maßstab sind Tarifeinigungen in anderen Bundesländern. Dort seien deutliche Entlastungen für Beschäftigte vereinbart worden wie maximale Schichtlängen und minimale Ruhezeiten. "Was in anderen Bundesländern machbar ist, muss auch in Bayern umsetzbar sein. Die Gesundheit der Beschäftigten ist kein Nice-to-have, sondern elementar für die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV", sagte Branchenkoordinatorin Katharina Wagner.
Gegen Ende der Woche sind bis zum 15. April weitere Streikaufrufe in kleineren Städten möglich. Diese Aktionen würden aber rechtzeitig angekündigt, so dass sich Fahrgäste darauf einstellen könnten, sagte der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, Sinan Öztürk.
Bewegung – aber kein Durchbruch
Die Gewerkschaft fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen.
Die Arbeitgeber hatten nach der jüngsten Verhandlungsrunde mitgeteilt, sie hätten ein verbessertes Angebot vorgelegt. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten habe man mehr als 6 Prozent Entgeltsteigerung geboten, bei 48 Monaten Laufzeit rund 9 Prozent und die Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde.
Die Gewerkschaft betonte, sie sei den Arbeitgebern deutlich entgegengekommen. Man fordere nun eine Entgelterhöhung von 550 Euro in zwei Stufen bei 24 Monaten Laufzeit. Die ursprüngliche Forderung hatte bei rund 670 Euro bei einem Jahr Laufzeit gelegen. Zudem will Verdi eine Reduzierung der Arbeitszeit. In anderen Bundesländern seien Tarifabschlüsse erzielt worden, die maximale Schichtlängen und bessere Mindestruhezeiten beinhalten.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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