Spielwarenhersteller in Mittelfranken
350 Jobs bei Playmobil weg? Proteste in Dietenhofen
Veröffentlicht:
von Josefine EnkeDie Playmobil-Produktion soll nach mehr als 50 Jahren in Dietenhofen eingestellt und an andere Standorte verlagert werden.
Bild: Alexander Rüsche/dpa
Playmobil will nicht mehr in Dietenhofen produzieren. 350 Jobs sind davon betroffen. Das kritisieren Betriebsrat und Gewerkschaft besonders.
Schließung der Playmobil-Produktion in Mittelfranken
Gewerkschaft und Betriebsrat wehren sich gegen die geplante Schließung der Playmobil-Produktion in Mittelfranken. Der Spielwarenhersteller Horst Brandstätter Group will diese an andere Standorte verlagern. 350 Arbeitsplätze sind davon betroffen.
Die Schließung sei der falsche Weg, und es brauche einen fairen Ausgleich für die betroffenen Mitarbeitenden, forderte die Gewerkschaft IGBCE. Diese hatte am Dienstag zusammen mit dem Betriebsrat zum Protest vor dem Werk in Dietenhofen (Landkreis Ansbach) aufgerufen. Daran beteiligten sich demnach rund 120 Beschäftigte aus Früh- und Spätschicht.
Kommunikation in der Kritik
In der Kritik steht auch die Art, wie der Hersteller über das geplante Aus für die Fertigung in Dietenhofen informiert hat. Auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg Ende Januar hatte Playmobil-Vorstand Bahri Kurter noch davon gesprochen, dass einige Indikatoren für eine Trendumkehr sprechen würden und er positiv auf das kommende Geschäftsjahr blicke. Die Transformation sei noch nicht abgeschlossen, mache aber gute Fortschritte.
Eine Woche später wurde dann die Belegschaft darüber informiert, dass die Produktion in Dietenhofen verlagert werde. "So geht man nicht mit Menschen um, die teilweise seit Jahrzehnten hier arbeiten", erklärte Landesbezirksleiter der IGBCE in Bayern, Harald Sikorski. In Dietenhofen werden seit mehr als 50 Jahren die in vielen Ländern bekannten Playmobilfiguren produziert.
Proteste sollen weitergehen
In den vergangenen Jahren hatten die Spielwelten aber nicht mehr so viele Käufer gefunden: Der Playmobil-Hersteller Horst Brandstätter Group büßte eigenen Angaben nach in den vergangenen Jahren mehr als ein Drittel seines Umsatzes ein. Eine Neuausrichtung der Marke und Innovationen sollen diesen wieder auf Wachstumskurs bringen.
Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten an, dass die Kundgebung erst der Anfang der Proteste gewesen sei. Ziel sei es, die Unternehmensleitung zu Verhandlungen über Alternativen zur Standortschließung zu bewegen und Perspektiven für die 350 betroffenen Beschäftigten zu entwickeln, teilte die IGBCE mit.
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Verwendete Quelle:
Nachrichtenagentur dpa
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