Wehrpflicht

Zivildienst-Comeback? Regierung arbeitet im Hintergrund an diesem Plan

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von Emre Bölükbasi

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Jugendliche protestieren gegen Wehrdienst (8. Mai)

Videoclip • 01:42 Min • Ab 12


Während die Wehrpflicht-Debatte weiter schwelt, laufen im Hintergrund bereits konkrete Vorbereitungen: Das Familienministerium hat große Wohlfahrtsverbände abgeklopft – mit überraschendem Ergebnis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bundesregierung trifft konkrete Vorbereitungen für eine mögliche Wiedereinführung des Zivildienstes.

  • Eine Abfrage bei 23 großen Verbänden ergab, dass 22 von ihnen grundsätzlich bereit wären, wieder Plätze für Wehrersatzdienstleistende anzubieten.

  • Die Pläne werden für den Fall entwickelt, dass die ausgesetzte Wehrpflicht reaktiviert wird und ein entsprechender Ersatzdienst notwendig würde.

Die Bundesregierung bereitet sich systematisch auf die mögliche Rückkehr des Zivildienstes vor. Wie das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend bestätigte, wurden in den vergangenen Monaten 23 große Verbände und Organisationen befragt, welche Kapazitäten sie im Falle einer Reaktivierung der Wehrpflicht für Wehrdienstverweigerer bereitstellen könnten.

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: 22 der 23 befragten Verbände gaben an, dass ihre Infrastrukturen und Einsatzstellen grundsätzlich bereit wären, im Falle einer Reaktivierung der Wehrpflicht Wehrersatzdienstleistenden ein vielfältiges Angebot zu machen.

Ein Ministeriumssprecher betonte: "Zwar gibt es keinen Zivildienst, solange wir keine Wehrpflicht haben. Aber falls die Wehrpflicht einmal nötig werden sollte, müssen wir die Basis für einen modernen Zivildienst schon vorbereitet haben."

Auch in den News:

Frei: Vorbereitung auf "Eventualitäten" ist klug

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) verteidigte die Vorbereitungen des Ministeriums. Es sei "sehr klug und richtig", dass die Bundesregierung sich auf "Eventualitäten" vorbereite, betonte der CDU-Politiker in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart". Für den Fall, dass es zu einer Wiedereinführung der Wehrpflicht käme, müsse es auch einen entsprechenden Ersatzdienst geben.

Frei versicherte zwar, einen neuen Stand in der Wehrdienstdebatte gebe es nicht. Gleichzeitig warnte er aber: "Für den Fall der Fälle kann man ja nie ausschließen, dass Entscheidungen schnell getroffen werden müssten. Dann müssen auch die sich daraus ergebenden Konsequenzen klar sein."


Steigende Zahl von Kriegsdienstverweigerern

Der Hintergrund der Vorbereitungen: Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung steigt stark an. Im ersten Halbjahr dieses Jahres gingen 5.862 Anträge beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein. Im gesamten Jahr 2025 hatten 3.867 Menschen einen solchen Antrag gestellt, 2024 waren es 2.998.

Immer mehr junge Menschen stellen einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung. (Symbolbild)

Bild: Magnific/:newstime


Das Ministerium will seine Pläne offiziell nach der Sommerpause vorstellen. Die Wehrpflicht war in Deutschland im Juli 2011 ausgesetzt worden, was in der Praxis einer Abschaffung von Wehr- und Zivildienst gleichkam. Anstelle des Zivildienstes wurde der Bundesfreiwilligendienst eingeführt.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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