"Ziemlich coole Sache"

Trump provoziert mit Aussage über ein vereinigtes Irland

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von Max Strumberger

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Trump irritiert mit KI-Karte der USA

Videoclip • 01:57 Min • Ab 12


Donald Trump wollte in Irland eigentlich sein Golfturnier besuchen. Stattdessen löst er mit Äußerungen zur Zukunft Nordirlands eine politische Debatte aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigentlich wollte Donald Trump in Irland vor allem Golf spielen.

  • Doch beim Treffen mit Regierungschef Micheál Martin rückt plötzlich die alte Teilungsfrage ins Zentrum.

  • Der US-Präsident fordert zwar kein Referendum, begrüßt eine irische Wiedervereinigung aber ausdrücklich.

US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Besuch in Irland mit überraschend deutlichen Aussagen zur Zukunft Nordirlands für Aufsehen gesorgt. Nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin in Dublin sagte Trump, er würde eine Wiedervereinigung der Republik Irland mit Nordirland "sehr gerne" sehen. Eine Vereinigung werde seiner Ansicht nach ohnehin irgendwann kommen – "dann kann sie genauso gut jetzt passieren".

Trump bezeichnete ein vereinigtes Irland als "großartige Sache" und als möglichen Erfolg, auf den alle stolz sein könnten. Zugleich räumte er ein, dass Großbritannien bei der Frage mitzureden habe. Bei einem weiteren Auftritt wiederholte der US-Präsident seine Position und nannte eine Wiedervereinigung eine "ziemlich coole Sache". Er scherzte zudem, für diese Frage gebe es bei Pressekonferenzen ohnehin keine gute Antwort.


Die britische Regierung wies die Äußerungen zurück und verwies auf ihre bisherige Haltung: Ein Referendum über eine Abspaltung Nordirlands vom Vereinigten Königreich stehe derzeit nicht zur Debatte. Premierminister Andy Burnham betonte demnach, ein solches Verfahren komme erst bei einem klaren gesellschaftlichen Konsens in Betracht. Auch Gavin Robinson, Vorsitzender der pro-britischen Democratic Unionist Party, stellte klar, die verfassungsrechtliche Zukunft Nordirlands werde von dessen Bevölkerung entschieden – nicht in Washington, London oder Dublin.

Die Teilung der irischen Insel geht auf das Jahr 1921 zurück. Der jahrzehntelange Konflikt zwischen katholischen Nationalisten und protestantischen Unionisten forderte mehr als 3500 Todesopfer und endete 1998 mit dem Karfreitagsabkommen. Danach kann die britische Regierung ein Referendum ansetzen, wenn eine Mehrheit für eine Vereinigung wahrscheinlich erscheint. Zusätzlich müssten die Menschen in der Republik Irland einer entsprechenden Verfassungsänderung zustimmen. Umfragen zufolge gibt es in Nordirland bislang keine Mehrheit für eine Wiedervereinigung.

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Ursprünglich sollte bei Trumps zweitägigem Irland-Besuch vor allem sein Golfturnier im Mittelpunkt stehen. Der US-Präsident besuchte seinen Golfclub in Doonbeg, während in Dublin mindestens 2000 Menschen gegen seinen Aufenthalt demonstrierten. Rund 4000 Einsatzkräfte waren im Einsatz; die Sicherheitsmaßnahmen sollen Irland etwa 20 Millionen Euro kosten. Mit seinen Aussagen zur irischen Einheit verließ Trump zudem die traditionell neutrale Linie früherer US-Präsidenten in dieser Frage.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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