Ukraine-Krieg

Kiesewetter kritisiert Lawrow-Wadephul-Treffen: Telefonat wäre "klüger gewesen"

Aktualisiert:

von Emre Bölükbasi

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Wadephul trifft Lawrow in New York (27. September)

Videoclip • 53 Sek • Ab 12


Erstmals sind Außenminister Wadephul und sein russischer Amtskollege Lawrow zu einem Gespräch zusammengekommen. Ausgerechnet von einem Parteikollegen des deutschen Chefdiplomaten kommt deshalb harsche Kritik.

CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow moniert. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche."

Erreicht wurde seiner Ansicht nach weder etwas für die Ukraine noch für die Sicherheit Deutschlands – sondern nichts "außer falscher Hoffnungen und Verwirrung".

Auch in den News:

Historisches Treffen am Rande der UN-Generalversammlung

Das gut zwanzigminütige Gespräch am Rande der UN-Generaldebatte in New York war das erste bilaterale Treffen der beiden Außenminister seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022. Wadephul verteidigte den Schritt in den ARD-"Tagesthemen" mit den Worten: "Mit Freunden muss man nicht verhandeln, mit Gegnern muss man verhandeln."

Er betonte zudem, dass er nicht wolle, dass die Europäer:innen den Austausch mit Russland allein den Amerikaner:innen überließen.

Zu einem konkreten Ergebnis führte das Gespräch nach Angaben beider Seiten jedoch nicht. Lawrow erklärte gegenüber der dpa, er habe nichts gehört, was nicht ohnehin den täglichen öffentlichen Äußerungen Berlins entspreche. "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können: 'Lesen Sie meine Erklärung'", habe er Wadephul gesagt.

Auch der deutsche Chefdiplomat räumte ein, man sei sich "über wesentliche Punkte nicht einig geworden", sprach aber von einem "intensiven Gespräch". Russland zeige derzeit "bedauerlicherweise" keine Bereitschaft, in eine konstruktive Verhandlungsposition zu gehen, so der deutsche Außenminister.

Grüne und SPD sehen Lawrow-Wadephul-Treffen positiv

Anders als Kiesewetter bewerteten SPD und Grüne das Treffen positiv. SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović sprach laut "Rheinischer Post" von einem "wichtigen ersten Schritt" hin zur Beendigung des Kriegs gegen die Ukraine.

Grünen-Chefin Franziska Brantner zeigte sich dem Außenminister "dankbar dafür, dass er dieses Gespräch gesucht hat". Lawrows Reaktion zeige aber, dass Putin kein Interesse an Friedensverhandlungen mit der Ukraine habe.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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