Demonstrationen
Proteste in Frankreich eskalieren – Tausende Jugendliche festgenommen
Veröffentlicht:
von Damian Rausch:newstime
Frankreich: Gewaltsame Proteste eskalieren
Videoclip • 32 Sek • Ab 12
Die Schülerproteste in Frankreich weiten sich aus. Mehr als 5.000 Menschen wurden seit Montag festgenommen, die meisten von ihnen sind minderjährig. An zahlreichen Schulen kam es zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei.
Das Wichtigste in Kürze
Seit Montag wurden bei den Protesten in Frankreich mehr als 5.000 Menschen festgenommen.
Rund 85 Prozent der Festgenommenen sind minderjährig, die meisten von ihnen Schülerinnen und Schüler.
Die Proteste richten sich unter anderem gegen überfüllte Klassen, Personalmangel und schlechte Bedingungen an Schulen.
Auch in den News:
Französische Sicherheitskräfte stehen während der Schülerproteste im Einsatz. Seit Montag wurden bei den Protesten mehr als 5.000 Menschen festgenommen.
Bild: Aurelien Morissard/AP/dpa
Die Schülerproteste in Frankreich haben sich innerhalb weniger Tage deutlich ausgeweitet. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden seit Montag landesweit mehr als 5.000 Menschen festgenommen. Allein am Freitag gab es 1.747 Festnahmen, am Donnerstag waren es 1.954. Rund 85 Prozent der Festgenommenen seien minderjährig, erklärte Nuñez im französischen Fernsehsender TF1.
Am Freitag waren nach Regierungsangaben 735 Schulen von Protestaktionen betroffen – rund 30 Prozent weniger als am Vortag. Im Umfeld von 158 Einrichtungen kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Dabei wurden unter anderem Gegenstände auf Einsatzkräfte geworfen. Auch Lehrerinnen und Lehrer, Journalistinnen und Journalisten sowie Passanten seien angegriffen worden.
Reuters berichtet zudem, dass rund 400 weiterführende Schulen geschlossen waren. Die Proteste hatten zunächst in der Region Paris begonnen und breiteten sich anschließend auf weitere Teile des Landes aus.
Weitere Artikel zum Thema
Schüler kritisieren Zustände an Frankreichs Schulen
Hinter den Protesten stehen auch konkrete Forderungen aus dem Bildungsbereich. Schülerinnen und Schüler beklagen unter anderem überfüllte Klassen, fehlende Lehrkräfte und teilweise marode Schulgebäude. Reuters zufolge soll das französische Bildungsbudget im Haushaltsentwurf für 2027 zwar auf 65,53 Milliarden Euro steigen – mit 1,7 Prozent allerdings weniger stark als die Inflation.
Bildungsminister Édouard Geffray traf sich am Freitag mit Vertreterinnen und Vertretern der Schülerorganisationen. Dabei nannte er unter anderem Klassengrößen, Schulgebäude und Unterrichtszeiten als Bereiche mit Handlungsbedarf. Außerdem kündigte er Maßnahmen an, um ausfallende Lehrkräfte schneller zu ersetzen. Schülervertreter erklärten anschließend jedoch, keine konkreten Maßnahmen erreicht zu haben, und riefen zur Fortsetzung der Proteste auf.
Regierung und Opposition streiten über Ursachen
Innenminister Nuñez bezeichnete das Ausmaß der Proteste als überraschend. Er führte die schnelle Mobilisierung unter anderem auf soziale Netzwerke sowie den Einfluss der linken Partei La France Insoumise (LFI) zurück. Vertreter der LFI wiesen entsprechende Vorwürfe der Regierung zurück.
Gleichzeitig gibt es Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte. Menschenrechtsorganisationen werfen der Polizei teilweise unverhältnismäßige Gewalt gegen Minderjährige vor. Französische Behörden haben Untersuchungen zu einzelnen Vorfällen eingeleitet. Schülervertretungen distanzierten sich von gewaltsamen Ausschreitungen, wollen die Protestbewegung aber fortsetzen.
Verwendete Quellen:
Deutsche Presse-Agentur
Reuters: "Students and police clash as France struggles to quell school protests"
Le Monde: "French government struggles to contain escalating high school protests"
:newstime verpasst? Hier aktuelle Folge ansehen
Mehr entdecken

Kriminalität
Anklage gegen Iraner: Terrorplan gegen jüdische Gemeinde?

Zeitlose Debatte
Wird die Zeitumstellung bald abgeschafft? Die Pläne der EU

RKI-Empfehlung
Grippe-Saison beginnt: Wer sich gegen Influenza impfen lassen sollte

Was bringt der Herbst?
Goldener Oktober? So schön wird das Wetter zum Start in den Monat

Verbraucher
Neue Masche: Betrüger missbrauchen Bankkarten aus der Ferne

Nicht der einzige Geld-Streit
Nach "Timmy"-Drama: Helfer reicht Millionenklage ein



