USA-Reise

Pistorius wirbt in USA für engere Rüstungskooperation

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Videoclip • 01:07 Min • Ab 12


Verteidigungsminister Boris Pistorius reist zu Gesprächen mit seinem US-Amtskollegen Pete Hegseth nach Washington. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Rüstungsprojekte, die US-Truppenpräsenz in Europa und neue Tomahawk-Marschflugkörper.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pistorius trifft in Washington US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, um über gemeinsame Rüstungsproduktion, Tomahawk-Marschflugkörper und die Nato-Verteidigung zu sprechen.

  • Die USA bewerten Deutschlands Aufrüstung inzwischen deutlich positiver als zuvor, US-Staatssekretär Colby sprach von einem "historischen Wandel".

  • In Texas übernimmt Deutschland den ersten von insgesamt 35 bestellten F-35-Tarnkappenjets, die künftig die Tornado-Flotte ersetzen sollen.

Verteidigungsminister Boris Pistorius will die Rüstungskooperation zwischen Deutschland und den USA ausbauen. Vor seinem für Dienstag (15. September) geplanten Treffen mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in Washington verwies der SPD-Politiker auf gemeinsame Projekte wie die F-35-Kampfjets und die geplante Produktion von Patriot-Lenkflugkörpern in Deutschland.

"Doch unser gemeinsames Potenzial reicht weiter", erklärte Pistorius. Deutschland verfüge über eine leistungsfähige Industrie, gut ausgebildete Fachkräfte und technologische Kompetenz. Wenn beide Staaten ihre Stärken enger zusammenführten, könnten Systeme für Abschreckung und Verteidigung schneller und in größerer Stückzahl bereitgestellt werden.


Tomahawk-Kauf und US-Truppen in Europa

Ein wichtiges Thema in Washington dürfte der geplante Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern sein. Die Bundesregierung hatte am Rande des NATO-Gipfels in Ankara im Juli bereits eine grundsätzliche Einigung mit den USA erzielt. Die Waffen haben eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern und sollen die Fähigkeiten der Bundeswehr bei weitreichenden Präzisionswaffen erweitern.

Zudem geht es um die künftige Präsenz der US-Streitkräfte in Europa. Deutschland hat der NATO nach Angaben aus Regierungskreisen angeboten, bislang von den USA bereitgestellte Fähigkeiten wie Schiffe, Kampfflugzeuge und unbemannte Waffensysteme teilweise zu ersetzen. Pistorius fordert seit Längerem einen klaren Zeitplan, falls Washington militärische Aufgaben in Europa zurückfährt.


US-Tonlage gegenüber Deutschland verändert sich

Die Gespräche finden in einer Phase statt, in der die US-Regierung Deutschland offenbar anders bewertet als noch vor einigen Monaten. Präsident Donald Trump und mehrere Regierungsmitglieder hatten europäische NATO-Staaten zuvor wiederholt wegen mangelnder Verteidigungsausgaben kritisiert. Deutschland sei dabei ebenfalls als Trittbrettfahrer dargestellt worden.

Im August lobte US-Staatssekretär Elbridge Colby Deutschland laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) dagegen als Vorbild für andere Bündnispartner. Was die Bundesrepublik in den vergangenen 18 Monaten angestoßen habe, sei eine "außergewöhnliche tektonische Verschiebung" und ein "historischer Wandel". Deutschland sei von einer weitgehenden Demilitarisierung zu einer schnellen Wiederbewaffnung übergegangen.

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Weiterreise zur UNO und F-35-Übergabe

Nach dem Besuch in Washington reist Pistorius weiter nach New York. Dort sind Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres geplant. Themen sind die Zukunft von Blauhelmmissionen und das weitere internationale Engagement im Libanon. Der UN-Einsatz Unifil, an dem die Bundeswehr beteiligt ist, soll Ende 2026 auslaufen und anschließend abgewickelt werden.

Zum Abschluss besucht Pistorius den Flugzeughersteller Lockheed Martin im texanischen Fort Worth. Dort soll Deutschland den ersten bestellten Tarnkappenjet vom Typ F-35 offiziell übernehmen. Insgesamt hat das Verteidigungsministerium 35 Maschinen bestellt. Sie sollen langfristig die Tornado-Flotte ablösen und spielen auch für die nukleare Teilhabe der Nato eine wichtige Rolle.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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