Ukraine-Krieg
Militärexperte warnt: Putins Bereitschaft zum Atomwaffeneinsatz größer als gedacht
Veröffentlicht:
von Max StrumbergerDer russische Präsident Wladimir Putin hat im vergangenen Jahre bereits die Atomwaffendoktrin seines Landes gelockert.
Bild: AP
Atomare Drohungen aus Russland gab es in den vergangenen Jahren häufig. Bislang kam es aber zu keinem Einsatz. Ein britischer Militärexperte denkt jedoch, dass ein solches Szenario wahrscheinlicher ist, als viele denke.
Das Wichtigste in Kürze
Der britische Reservist und Militärexperte Bob Seely warnt in einem Kommentar im "Telegraph" davor, dass Russlands Präsident Wladimir Putin möglicherweise eher bereit sein könnte, Atomwaffen einzusetzen, als viele annehmen. Diese Einschätzung basiert auf einer Analyse russischer Militärstrategien und der aktuellen geopolitischen Lage im Krieg in der Ukraine. Seely betont, dass Putins Bereitschaft, nukleare Optionen in Betracht zu ziehen, nicht unterschätzt werden dürfe, da dies erhebliche Konsequenzen für die globale Sicherheit haben könnte.
"Eskalieren, um zu deeskalieren"
Eine in Russland viel diskutierte Theorie namens "eskalieren, um zu deeskalieren" beschreibt den möglichen Einsatz von Atomwaffen, um die Kontrolle über einen Konflikt zurückzugewinnen. Ziel dieser Strategie wäre es, den Gegner zur Kapitulation zu zwingen oder ihn vor die Wahl zwischen Aufgabe und völliger Vernichtung zu stellen. Diese Theorie zeigt, wie Russland den Einsatz von Atomwaffen als taktisches Mittel zur Konfliktlösung betrachtet.
Geheime russische Dokumente deuten darauf hin, dass ein solcher nuklearer Einsatz in mehreren Stufen erfolgen könnte. Die erste Phase könnte einen "Demonstrationsschlag" umfassen, etwa einen einmaligen Angriff auf ein Gewässer. In der zweiten Phase könnte ein Gebiet mit geringer Bevölkerungsdichte, wie eine verlassene Stadt, ins Visier genommen werden. Die dritte Phase könnte eine "Abschreckungs-Demonstration" gegen ein militärisches Ziel wie ein Verkehrsknotenpunkt beinhalten. Von dort aus könnte der Einsatz taktischer Nuklearwaffen auf breiter Front eskalieren.
Ein Dokument aus dem Jahr 2020 erweitert diese Strategie und erlaubt den nuklearen Erstschlag unter bestimmten Bedingungen. Dazu gehört etwa die Abwehr eines unmittelbar bevorstehenden nuklearen Angriffs oder der Verlust der Kontrolle über das eigene Arsenal durch präzise konventionelle Angriffe.
Trump entsendet zwei Atom-U-Boote
Zuletzt hatten sich der verbale Schlagabtausch zwischen Russland und den USA drastisch zugespitzt. Nach einer Auseinandersetzung mit dem ehemaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew entsandte US-Präsident Donald Trump sogar zwei Atom-U-Boote näher an russisches Gebiet. Der Kreml selbst sah trotz der Maßnahme Trumps keine Gefahr einer nuklearen Eskalation. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, es gehe eher um eine emotionale Reaktion auf die Lage. Faktisch ändere sich nichts: "In diesem Fall ist offensichtlich, dass die amerikanischen U-Boote auch sonst militärisch in Bereitschaft sind", wurde er von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zitiert.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
"Telegraph": Putin is more likely to start a nuclear war than many are prepared to admit
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