Sorge um Wirtschaft

"Ob Deutschland noch da ist": Madsen wettert bei Maischberger gegen Bürokratie

Veröffentlicht:

von Marko Schlichting

Schleswig-Holsteins CDU-Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen fordert mehr Spaß bei der Arbeit - für Arbeitnehmer:innen und Unternehmen.

Bild: Oliver Ziebe/WDR


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In Deutschland läuft es mit der Wirtschaft nicht richtig. Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen von der CDU hat bei "Maischberger" eine Idee: Die Arbeit muss mehr Spaß machen. Auch den Unternehmern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen ist am Dienstag zu Gast bei Sandra Maischberger.

  • Der CDU-Politiker sorgt sich um dem Wirtschaftsstandort Deutschland.

  • Um die Konjunktur in Schwung zu bringen, hat er eine Idee.

Claus Ruhe Madsen hat Spaß an seiner Arbeit. Den kann er auch haben. Immerhin sieht es so aus, als habe der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister einen echten Deal eingefädelt. Bei Heide an Nordseeküste wollte das schwedische Unternehmen Northvolt eine riesige Batteriefabrik hochziehen. Dann mussten die Schweden Insolvenz beantragen. Nun soll es der amerikanische Hersteller Lyten richten.

Lyten-Chef Dan Cook ist gerade in Norddeutschland, spricht mit Kommunalvertretern und der Landesregierung in Kiel. Sein Unternehmen will kleiner bauen, statt 3.000 Jobs nur 1.000 schaffen. Das sei alles noch nicht fest, kritisiert die Opposition. Doch Madsen weiß: Man ist auf einem guten Weg.

Am Dienstagabend (17. März) ist der "Macher" von der CDU Gast bei Sandra Maischberger im Ersten. Dort ist er mit Ex-VW-Chef Herbert Diess verabredet. Beide haben Erfolge zu verzeichnen. Und beide haben eine Vision für ein Deutschland, in dem die Wirtschaft wieder brummt.

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CDU-Politiker Madsen bei "Maischberger": "Das ist eine große Gefahr"

Zunächst kritisiert Madsen die Bundesregierung, ohne es so zu nennen. "Wir müssen Entscheidungen treffen in einer Welt voller Wandel", sagt der CDU-Landespolitiker. Die Politik brauche mehr Mut. Für Diess bedeutet das zum Beispiel, dass mehr Elektrofahrzeuge auf die Straße müssten. Gerade jetzt, wo die Benzinpreise in die Höhe geschossen sind, sei ihr Betrieb deutlich billiger, erklärt er. Seine Rechnung: Mit einem E-Auto könne man 100 Kilometer für einen Euro fahren. Gleichzeitig spricht er sich gegen Steuersenkungen aus, um die Spritpreise zu senken.

Doch das ist erst der Anfang. "Wir lassen in Deutschland keine ordentlichen Investitionen zu", kritisiert Madsen. In China und den Vereinigten Staaten sei autonomes Fahren erlaubt, in Deutschland nicht. "Das bedeutet, dass man hier in Deutschland Technologien entwickeln muss, die gar nicht zulässig sind. Das ist so, als würden Sie sagen: Milch zu Trinken, ist verboten. Und was glauben Sie, wie viele Milchbauern wir dann noch hätten?" Der CDU-Politiker: "Wenn wir Technologien überhaupt nicht zulassen, müssen die Unternehmen sie woanders testen. Wo man testet, ist dann auch der Markt. Das ist eine große Gefahr. Wir brauchen mehr Technologie-Innovationen."

Herbert Diess: "Die Chancen sind da. Auch für die Automobilindustrie."

Auch Diess glaubt: "Andere Länder sind innovationsfreundlicher. Da könnten wir mehr tun." Dennoch ist er sicher: Es lohnt sich, in Deutschland zu investieren. Das beweist der Chip-Hersteller Infineon. Dort sitzt Diess im Aufsichtsrat. Das Unternehmen baut in Dresden eine neue Chipfabrik. Dafür investiere sein Unternehmen fünf Milliarden Euro, sagt Diess. "Das ist die größte Investition, die wir jemals getätigt haben." Und das bei einem Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Diess: "Wir machen das nicht aus Patriotismus, aus Zwang oder wegen Subventionen. Wir sind sicher, dass wir in Dresden die wettbewerbsfähigste 300-Millimeter-Halbleiterfabrik der Welt bauen können. Wir sind sicher, dass sich diese Investition in Deutschland lohnt." Der Unternehmer fordert ein Umdenken in Deutschland: "Wir müssen nach vorne denken und Zukunftsoptimismus entwickeln, und die Chancen dafür sind da. Auch für die Automobilindustrie."

"Wir drängen uns gegenseitig unter Wasser"

Madsen sieht das genauso. Er fordert mehr Wettbewerbsfähigkeit und weniger Bürokratie: "Vielleicht sollten wir Statistiken und Erhebungen mal für zwei Jahre aussetzen und dann mal schauen, ob Deutschland noch da ist", schlägt der deutsch-dänische Politiker bei "Maischberger" vor. "Wir drängen uns gegenseitig unter Wasser, wir prüfen uns gegenseitig. Das ist ein bisschen, als würden Sie jeden Abend protokollieren müssen, ob sie bei grün über die Straße gegangen sind, ordentlich geparkt und Ihren Nachbarn gegrüßt haben. Aber das protokollieren Sie nicht. Ich finde, wir sollten protokollieren, wenn Sie bei Rot gehen, falsch parken und zu den Nachbarn unhöflich sind."

Madsen ist überzeugt: "Wir müssen den Leuten Spaß am Unternehmertum geben, und dann werden sie auch nicht woanders hingehen. Wir müssen Gewinne möglich machen - und dass man Lust auf Deutschland hat." Deutschland, versichert er, sei besser als sein Ruf.

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