Nach Wahldebakel

LIVE-Ticker zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Junge Union fordert Rücktritt der CDU-Spitze

Aktualisiert:

von Michael Reimers

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Sachsen-Anhalt: AfD hofft auf absolute Mehrheit

Videoclip • 03:17 Min • Ab 12


Nach den massiven Verlusten der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet Generalsekretärin Franziska Hoppermann deutliche Worte. Sie spricht von einem "sehr schweren Ergebnis" und schließt eine Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin klar aus.


+++ 20:35 +++

Junge Union fordert Rücktritt der gesamten CDU-Landesführung

Nach den deutlichen Verlusten der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf die Parteiführung. Die Junge Union (JU) Sachsen-Anhalt fordert den Rücktritt und eine vollständige Neuwahl der Landesparteispitze. Das geht aus einem Beschluss des JU-Landesvorstandes hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Vom Landesvorsitzenden bis zum gesamten Landesvorstand", heißt es darin zur geforderten personellen Neuaufstellung. Für den CDU-Nachwuchs reichen kleinere Veränderungen nach dem Abschneiden bei der Wahl nicht aus: "Nach einer Niederlage dieses Ausmaßes darf es kein bloßes "Weiter so" geben."

Die Junge Union sieht die Verantwortung für die Verluste bei der gesamten Parteiführung. Die Wähler hätten ein "unmissverständliches Urteil" gefällt. "Die AfD ist stärkste Kraft geworden, die CDU ist die Verliererin dieser Wahl", heißt es in dem Beschluss.

Nach Ansicht der JU könne ein glaubwürdiger Neustart nur mit einer vollständig neuen Führungsspitze gelingen. Dies sei die Grundlage, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Die kommenden Tage und Wochen seien für die Partei entscheidend. "Die Partei steht an einem Wendepunkt. Wer jetzt zur Tagesordnung übergeht, verkennt die Tragweite dieses Wahlergebnisses."

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+++ 18:31 +++

CDU spricht von "sehr schwerem Ergebnis"

Nach den deutlichen Verlusten bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann das Abschneiden ihrer Partei als "sehr schweres Ergebnis" bezeichnet. "Das macht auch was mit uns als Christdemokraten", sagte sie in der ARD. Laut den ersten Prognosen kommt die CDU auf 18,5 Prozent, während die AfD mit rund 44 Prozent deutlich vorn liegt.

Hoppermann sieht nach dem Abschneiden ihrer Partei vor allem Schwierigkeiten dabei, die Wähler:innen vom politischen Kurs der CDU zu überzeugen. "Uns gelingt es im Moment offensichtlich nicht ausreichend, die Menschen emotional so zu erreichen, dass sie uns auf unserem politischen Reformkurs folgen", erklärte sie.

Gleichzeitig bekräftigte die CDU-Generalsekretärin die Abgrenzung ihrer Partei von der AfD. "Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allen Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen." Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Hoppermann damit auch nach dem deutlichen Wahlerfolg der Partei aus. Die grundsätzliche Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD hatte die CDU bereits vor der Wahl mehrfach bekräftigt.

+++ 18:00 +++

Auch die Prognosen von ARD und ZDF sehen die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand vorn. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kommt demnach auf 44,0 bis 44,5 Prozent. Bei der Landtagswahl 2021 hatte sie 20,8 Prozent erreicht.

Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze folgt mit 18,5 Prozent auf Platz zwei und muss damit deutliche Verluste hinnehmen. 2021 hatte sie noch 37,1 Prozent der Stimmen erhalten. Die Linke erreicht laut den Prognosen 9,0 bis 9,5 Prozent. Die Grünen kommen auf 8,5 bis 9,0 Prozent, die SPD auf 8,0 bis 9,0 Prozent.

Knapp könnte es für das BSW werden: Mit prognostizierten 4,8 bis 5,0 Prozent ist der Einzug in den Magdeburger Landtag noch offen. Die FDP liegt mit 2,0 bis 2,5 Prozent deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde. Bei den Zahlen handelt es sich weiterhin um Prognosen auf Basis von Nachwahlbefragungen und noch nicht um das ausgezählte Wahlergebnis.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund laut den ersten Prognosen deutlich vor der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze.

Bild: Sebastian Gollnow/dpa


+++ 16:35 +++

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Beteiligung deutlich höher als 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab als noch vor fünf Jahren. Bis 16 Uhr hatten bereits 65,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt waren es 2021 lediglich 41 Prozent. Am Ende des damaligen Wahltages lag die Beteiligung bei insgesamt 60,3 Prozent.

In der aktuellen Zwischenbilanz ist die Briefwahl noch nicht berücksichtigt. Rund 1,7 Millionen Menschen sind in Sachsen-Anhalt zur Wahl aufgerufen. In den etwa 2.130 Wahllokalen kann noch bis 18 Uhr abgestimmt werden.

+++ 15:14 Uhr +++

Mehr als die Hälfte hat schon gewählt

Das Interesse an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist groß. Bis zum frühen Nachmittag hatte schon mehr als jede:r Zweite gewählt, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Um 14 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 54,4 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren betrug die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt nur 27,1 Prozent, 2016 lag sie bei 35,4 Prozent. Die Datenbasis ist eine stichprobenartige Rückmeldung aus repräsentativen Urnenwahlbezirken, hieß es. Die Wahlbeteiligung wird zu diesen Zeitpunkten ohne Briefwahl festgestellt.

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+++ 13:08 Uhr +++

Wahlbeteilgung gestiegen

Die Wahlbeteiligung lag bis 12 Uhr bei 34,7 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der vorangegangenen Landtagswahl im Jahr 2021 hatten bis Mittag 22,4 Prozent der Wähler:innen ihre Stimme abgegeben, bei der Landtagswahl 2016 waren es zu diesem Zeitpunkt 25,0 Prozent gewesen. Knapp 1,7 Millionen Bürger:innen ab 18 Jahren sind wahlberechtigt.

+++ 12:10 Uhr +++

CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze gibt seine Stimme in Magdeburg ab

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat seine Stimme abgegeben. Gemeinsam mit seiner Ehefrau warf er den Stimmzettel in seinem Wohnort Magdeburg in die Urne. Schulze ist erst seit dem 28. Januar 2026 im Amt. Er übernahm es vorzeitig von Reiner Haseloff, der nach 15 Jahren zurücktrat, um einen geordneten Generationswechsel zu ermöglichen. Es ist damit seine erste Landtagswahl als Spitzenkandidat.

Dann warten wir mal ab.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze nach seiner Stimmabgabe

+++ 11:10 Uhr +++

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gibt Stimme ab

Der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, hat gemeinsam mit seiner Ehefrau Julia Siegmund den Stimmzettel in die Wahlurne im Wahllokal in Tangermünde geworfen. Zuvor war es vor dem Wahllokal zu einem Notarzteinsatz gekommen: "Eine männliche Person musste reanimiert werden", sagte eine Sprecherin der Polizei. Ob der Mann überlebt hat, sei bislang unklar. Zuvor hatten die "Mitteldeutsche Zeitung" und die "Magdeburger Volksstimme" berichtet.

+++ 8:00 Uhr +++

Wahllokale öffnen

Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. In diesen zehn Stunden haben alle Wahlberechtigten die Möglichkeit, in ihrem Wahllokal ihre Stimme abzugeben.

+++ 7:55 Uhr +++

Siemens-Energy-Chef: AfD hat "dramatisch falsche Botschaft"

Der Chef des Dax-Konzerns Siemens Energy, Christian Bruch, warnt vor der Wirtschaftspolitik der AfD. Das Programm der Partei, die unter anderem eine Rückkehr zu Kohle und Atomkraft fordert, sei schlecht für den Wirtschaftsstandort Deutschland und greife teilweise demokratische Strukturen an, sagte Christian Bruch der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bruch betonte: "Unser Unternehmen und unsere deutschen Arbeitsplätze sind davon abhängig, dass wir exportieren, dass wir auch internationale Fachkräfte nach Deutschland holen und dass sich ausländische Investoren auf politische Stabilität verlassen können." Er blicke daher mit großer Sorge auf die Wahl in Sachsen-Anhalt.

+++ 7:15 Uhr +++

Das ist die Ausgangslage

In Sachsen-Anhalt steht eine richtungsweisende Landtagswahl an. Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Das Ergebnis wird bundesweit und international mit Spannung erwartet. Im Zentrum steht die Frage, wie stark die AfD abschneidet. Die Partei wird in Sachsen-Anhalt als rechtsextremistisch eingestuft und tritt mit dem 35-jährigen Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund an. Ihr erklärtes Ziel ist eine Alleinregierung – dafür dürfte ihr nach den jüngsten Umfragen jedoch die notwendige Mehrheit fehlen. Für Ministerpräsident Sven Schulze geht es vor allem darum, eine absolute Mehrheit der AfD zu verhindern und selbst im Amt zu bleiben. Der CDU-Politiker regiert derzeit gemeinsam mit SPD und FDP. Ob diese Konstellation nach der Wahl fortgesetzt werden kann oder andere Mehrheiten nötig werden, ist offen.

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+++ 7:03 Uhr +++

Das sagen die letzten Umfragen

Die AfD lag in der letzten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF bei 41 Prozent. Die CDU erreichte 23 Prozent. Dahinter folgten die Linke mit 11,5 Prozent, die SPD mit 8,5 Prozent und die Grünen mit 6 Prozent. Das BSW kam in der Umfrage auf 4 Prozent, die FDP auf 3 Prozent. Beide Parteien würden damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Zugleich ist die Ausgangslage besonders unübersichtlich: 26 Prozent der Befragten erklärten, noch unentschieden zu sein oder nicht zu wissen, ob sie überhaupt wählen wollen.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

Nachrichtenagentur Reuters

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