Internetsperre
Iran erlaubt wieder das Senden von Textnachrichten
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von dpaIranische Sicherheitsbehörden hatten die Internet-Blockade nach Beginn der Massenproteste verhängt.
Bild: Uncredited/UGC/AP/dpa
Seit mehr als einer Woche ist der Iran fast komplett offline. Die Regierung gestattet jetzt im Land das Senden von Textnachrichten. Zumindest Online-Banking wird wieder möglich.
Das Wichtigste in Kürze
Nach dem Beginn der Massenproteste im Iran hat die Regierung eine Internet-Blockade verhängt.
Am zehnten Tag ist nun wieder das Versenden von Textnachrichten möglich.
Als Folge der neuen Regelung können Menschen auch wieder Online-Banking nutzen.
Im Iran bleibt der Zugang zum globalen Internet den zehnten Tag in Folge gesperrt. Seit Samstag können Iraner:innen in dem Land mit rund 90 Millionen Menschen aber erstmals wieder per Mobilfunk SMS-Textnachrichten versenden, wie Bewohner:innen aus der Hauptstadt Teheran berichteten. Aus dem Ausland versendete SMS kommen im Iran nicht an.
Bislang waren alle Messenger-Dienste gesperrt. Als Folge der neuen Regelung können Menschen auch wieder Online-Banking nutzen. Dafür ist immer eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS notwendig.
Regierung setzt auf staatlich kontrolliertes Intranet
Seit vergangenem Wochenende können Nutzer:innen auch auf das nationale Intranet zugreifen. Dies erlaubt, ausschließlich staatlich kontrollierte Webseiten zu verwenden. Dienste aus dem Ausland bleiben blockiert.
Seit Jahren existiert eine Parallelstruktur iranischer Apps zu beliebten Anwendungen wie WhatsApp, Telegram oder Google Maps – unter Aufsicht der Sicherheitsbehörden. Damit entfällt faktisch die Anonymität im Netz.
Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks meldet, dass im Iran der Zugang zum Internet seit dem 8. Januar fast vollständig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigten einen sehr leichten Anstieg auf zwei Prozent des normalen Niveaus. Es gebe keine Anzeichen für eine signifikante Erholung.
Auslöser war der Beginn von Massenprotesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen.
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