Machtwechsel

Britischer Premierminister Keir Starmer kündigt Rücktritt an – Polit-Beben in London!

Veröffentlicht:

von Emre Bölükbasi

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Trump verkündet Starmer-Rücktritt

Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


Nach massivem Druck aus den eigenen Reihen zieht der britische Regierungschef die Reißleine. Großbritannien steht vor dem nächsten Regierungswechsel. Wie es jetzt weitergehen wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Paukenschlag in London: Der britische Premierminister Keir Starmer hat nach monatelangem Dauerdruck sichtlich bewegt seinen Rücktritt erklärt.

  • Vor der Downing Street Nr. 10 zog der 63-Jährige damit die Reißleine, nachdem ihm die eigene Partei zunehmend die Gefolgschaft verweigert hatte.

  • Bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin – als Favorit gilt der charismatische Andy Burnham – gewählt ist, bleibt Starmer noch geschäftsführend im Amt.

Keir Starmer beugt sich dem Unvermeidlichen: Nach Monaten des Widerstands, nach zahllosen Rücktrittsforderungen und einer Serie politischer Niederlagen trat der Labour-Chef am Montag (22. Juni) vor die berühmte schwarze Tür in der Downing Street – und kapitulierte.

"Bei jeder Entscheidung, die ich getroffen habe, ging es darum, das Land, das ich liebe, an die erste Stelle zu setzen", sagte Starmer mit zitternder Stimme. Seine Partei habe gesprochen, und dieser Stimme wolle er nun Gehör schenken: "Aus diesem Grund werde ich als Parteichef der Labour-Partei zurücktreten."

Es war ein Abschied, der emotionaler kaum hätte sein können. Starmer sprach davon, sich nun Zeit für seine Familie nehmen zu wollen, seine Stimme brach, dann umarmte er seine Frau Victoria, die mit ihm vor die Kameras getreten war. Bis ein Nachfolger gewählt sei, werde er als Regierungschef noch im Amt bleiben.

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Der Druck wurde zu groß

Was Starmer zu Fall brachte, war eine toxische Mischung aus katastrophalen Wahlergebnissen, parteiinternen Revolten und schwindendem Vertrauen. Den Ausschlag gab letztlich Andy Burnham. Der charismatische Bürgermeister von Greater Manchester hatte wenige Tage zuvor bei einer Nachwahl im Bezirk Makerfield einen Parlamentssitz errungen und damit Starmer herausgefordert. Burnham hätte den Premier in eine Führungswahl gezwungen, wäre dieser zu einer anderen Entscheidung gekommen. Mehr zum politischen Background Burnhams erfährst du hier!

Doch der Druck kam nicht nur von Burnham. Seit Monaten durchlebte Starmer angesichts miserabler Umfragewerte eine schwere Krise. In seiner Fraktion stand er massiv unter Beschuss, immer mehr Kabinettsmitglieder kehrten ihm den Rücken. Regierungsmitglieder wie Gesundheitsminister Wes Streeting traten zurück. Der Auslöser der jüngsten Zuspitzung war eine vernichtende Niederlage für Labour bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai – die Rechtspopulisten von Reform UK triumphierten.

Bereits unmittelbar nach dieser Wahlschlappe hatten etliche Abgeordnete Starmers Rücktritt gefordert. Doch der Premier hielt mit Verweis auf seinen Wahlsieg von 2024 lange an seinem Amt fest. Noch kurz vor und nach der Makerfield-Wahl hatte er sich kämpferisch gegeben und angekündigt, sich in jedem Fall einer Führungswahl stellen zu wollen. Während des Wochenendes auf seinem Landsitz Chequers änderte Starmer seine Meinung.


Eine Krise jagte die nächste

Starmer hangelte sich zuletzt von einer Krise zur nächsten. Zu Beginn des Jahres hing sein Posten bereits einmal am seidenen Faden – damals ging es um die Berufung des Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum Botschafter in den USA. Er war nach Bekanntwerden des Epstein-Kontakts festgenommen worden. Im Fokus stand die Frage, wie viel Starmer von dessen Verbindungen mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wusste.

Selbst diejenigen, die inzwischen von ihm abgerückt sind, lobten Starmer zuletzt dafür, Labour vor zwei Jahren aus seiner tiefsten Krise geführt zu haben. Der Premier und seine Partei hatten im Sommer 2024 einen großen Wahlsieg errungen und waren mit einer satten Mehrheit im Unterhaus in die Legislaturperiode gegangen. Wirklich nutzen konnte Starmer dies aber nie – etliche Gesetzesvorhaben scheiterten am Widerstand in den eigenen Reihen.


Burnham als Favorit für die Nachfolge

Mit Andy Burnham steht bereits ein potenzieller Nachfolger in den Startlöchern. Der 56-Jährige war in seiner Zeit als Bürgermeister von Greater Manchester zum charismatischen Liebling des moderat-linken Parteiflügels geworden. Britische Medien bezeichnen ihn in Anspielung auf die Fantasy-Serie "Game of Thrones" als "König des Nordens". Seit Langem wird er als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Starmers gehandelt.

Der für Labour jetzt einfachste Weg wäre, wenn ausschließlich Burnham seine Ambitionen auf die Parteiführung verkünden würde – und nicht noch ein anderer Kandidat wie der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting. Erwartet wird jedoch, dass sich Streeting hinter Burnham einreiht und dafür mit einem Kabinettsposten belohnt wird.

Vom großen Sieger zum großen Verlierer

Die Regierungspartei liegt bereits seit Monaten in Umfragen hinter den Rechtspopulisten von Reform UK, die nun erneut vom Chaos in der Downing Street profitieren könnten. Die Brit:innen sind es seit dem Brexit-Referendum vor zehn Jahren gewohnt, dass sich die Regierungschefs die Klinke in die Hand geben. Die Nachfolgerin oder der Nachfolger Starmers wird bereits die siebte Person auf dem Posten innerhalb der vergangenen zehn Jahre sein.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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