Rückschlag für Entführungsopfer
Zwei Jahrzehnte nach der Entführung: Natascha Kampusch berichtet von Zusammenbruch
Aktualisiert:
von Benedikt RammerNatascha Kampusch, eines der bekanntesten Entführungsopfer im deutschsprachigen Raum, hat laut einem Bericht des ORF einen Zusammenbruch erlitten. Ihre Familie beschreibt ihren Zustand als "herzzerreißend" und spricht von einer Art neuer Gefangenschaft.
Das Wichtigste in Kürze
Natascha Kampusch hat laut ORF einen Zusammenbruch erlitten, ihre Familie beschreibt ihren Zustand als "herzzerreißend".
In einer neuen TV-Dokumentation zeichnet Christoph Feurstein ihr Leben vom Tag der Entführung bis heute nach.
Medienanfragen und öffentliche Aufmerksamkeit belasten Kampusch und ihre Familie stark.
Vor 20 Jahren sorgte die Selbstbefreiung von Natascha Kampusch aus jahrelanger Gefangenschaft weltweit für Schlagzeilen. Nun, mit 38 Jahren, scheint die Österreicherin erneut mit schwerwiegenden psychischen Herausforderungen zu kämpfen. Wie der öffentlich-rechtliche Sender ORF berichtet, erlitt Kampusch kürzlich einen Zusammenbruch.
Die Schwester von Kampusch beschrieb ihren Zustand in einer Sendungsankündigung als "herzzerreißend" und betonte, dass die Familie sich hilflos fühle. "Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft", zitierte der ORF die Schwester.
Neue Dokumentation zeichnet Lebensweg nach
Am Montag, dem 16. März 2026, zeigt der ORF die TV-Dokumentation "Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit", die von Journalist Christoph Feurstein produziert wurde. Feurstein, der Kampusch bereits 2006 interviewte und seitdem eng begleitet, zeichnet darin ihren Lebensweg nach: vom Tag ihrer Entführung bis zu den aktuellen Ereignissen.
Kampusch war im Jahr 1998 im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg von Wolfgang Priklopil entführt worden. Der Mann hielt sie 3.096 Tage lang in Gefangenschaft, bis sie mit 18 Jahren fliehen konnte. Am Tag ihrer Flucht beging Priklopil Suizid. Trotz ihrer Befreiung und zahlreicher öffentlicher Interviews blieb das Trauma der Entführung ein prägender Bestandteil ihres Lebens.
Auch in den News:
Medienanfragen belasten die Familie
Zum 20. Jahrestag ihrer Flucht sah sich Kampusch mit einer Vielzahl von Medienanfragen aus aller Welt konfrontiert. Laut ORF lastet die Sorge, dass ihr Zustand weltweit Schlagzeilen machen könnte, schwer auf ihrer Familie. Die Angehörigen fürchten eine erneute öffentliche Debatte über Kampuschs Leben und ihre psychische Verfassung.
Die Dokumentation soll nicht nur Einblicke in das Leben von Kampusch geben, sondern auch aufzeigen, wie sehr die jahrelange Gefangenschaft und die anschließende mediale Aufmerksamkeit ihr Leben beeinflusst haben.
Verwendete Quellen:
ots.at: ""Thema Spezial: Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit" am 16. März um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON"
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