Shope-Papillomvirus ist schuld
"Zombie"-Hasen in den USA gesichtet - das steckt dahinter
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von Max StrumbergerDas Shope Papillomvirus wird vor allem von Kaninchen übertragen (Symbolbild).
Bild: Jens Büttner/dpa/dpa-tmn
In Colorado tauchen Kaninchen mit auffälligen Hautwucherungen auf, die ihnen ein unheimliches Aussehen verleihen. Diese "Zombie"-Hasen sind jedoch keine Kreaturen aus einem Horrorfilm, sondern Opfer einer Viruserkrankung.
Das Wichtigste in Kürze
In Colorado tauchen Kaninchen mit grotesken Hautwucherungen auf, die sie wie "Zombie"-Tiere wirken lassen.
Ursache ist das Shope-Papillomvirus.
Es ist ein Virus, das Kaninchen befällt und Tumore verursacht.
Im US-Bundesstaat Colorado sorgen aktuell sogenannte "Zombie"-Hasenfür Aufsehen. Die Tiere zeigen auffällige Hautwucherungen, vergleichbar mit Hörnern, die ihnen ein unheimliches Aussehen verleihen. Erleben wir gerade ein Szenario wie bei "Der Friedhof der Kuscheltiere" mit untoten Kaninchen? Natürlich nicht! Diese Wucherungen, oft an Kopf, Ohren und Gesicht sichtbar, sind das Ergebnis einer Infektion mit dem Shope-Papillomvirus, einem Virus, das vor allem Kaninchen befällt. Die deformierten Tiere wirken auf Beobachter oft krank und verstört, was den Begriff "Zombie"-Hasen geprägt hat.
Das Shope-Papillomvirus, benannt nach dem Virologen Richard E. Shope, verursacht gutartige Tumore (Papillome) bei Kaninchen. Diese Hautwucherungen können jedoch in einigen Fällen bösartig werden und sich zu Hautkrebs entwickeln. Das Virus wird durch direkten Kontakt oder über Insektenstiche übertragen und ist für die betroffenen Tiere nicht nur optisch belastend, sondern kann auch ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. In extremen Fällen können die Verwucherungen so stark sein, dass die betroffenen Kaninchen keine Nahrung mehr aufnehmen können.
Für Menschen keine Gefahr
Obwohl das Shope-Papillomvirus für Kaninchen gefährlich ist, stellt es keine direkte Bedrohung für Menschen dar. Das Shope-Papillomvirus hat nicht nur ökologische, sondern auch wissenschaftliche Bedeutung. Es war eines der ersten Viren, bei denen ein Zusammenhang zwischen einer Virusinfektion und der Entstehung von Krebs nachgewiesen wurde. In der medizinischen Forschung dient es als Modellorganismus, um ähnliche Mechanismen bei anderen Papillomviren, wie den humanen Papillomviren (HPV), besser zu verstehen. HPV ist bekannt dafür, beim Menschen Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs zu verursachen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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