Urlaubshotspot

Weniger deutsche Touristen am Gardasee

Veröffentlicht:

von Michael Reimers

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Gardasee: Beliebter Strand droht zu verschwinden

Videoclip • 01:03 Min • Ab 12


Der Gardasee als Urlaubshotspot der Deutschen verliert offenbar an Attraktivität. Der örtliche Handelsverband konstatiert weniger Auslastung bei den Hotelbetten. Das sind die Gründe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Deutschen verbringen immer seltener Urlaub am Gardasee.

  • Viele Hotels sind selbst in der Hauptsaison nicht mehr gut gebucht.

  • Italiens Tourismus-Industrie betreibt Ursachenforschung.

Seit Jahrzehnten stammen die meisten ausländischen Tourist:innen am Gardasee aus Deutschland. Diese Tradition bröckelt offenbar jedoch. Wie der "Stern" unter Berufung auf einen Artikel der Zeitung "Corriere del Veneto" berichtet, beklagt die einheimische Hotellerie einen Rückgang der Gästezahlen am größten See Italiens. Vor allem Deutsche bleiben demnach weg, aber auch Italiener:innen. Der Rückgang bei der Nachfrage zeige sich in unbelegten Hotelbetten selbst zur Hauptsaison im August, sagt Fabio Pasqualini vom örtlichen Handelsverband.

Befragt nach den Gründen des Rückzugs der Deutschen, erläutert Pasqualini im "Corriere del Veneto": Es sei nicht so, dass sie den Gardasee plötzlich über hätten, es seien wohl vor allem die stark gestiegenen Preise, die deutsche Besucher:innen abschrecken. Kostete das Pizza-Essen eine vierköpfige Familie vor ein paar Jahren noch 50 Euro, sei mittlerweile das Doppelte fällig.

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Zudem würden die Baustellen auf der wichtigen An- und Abreiseroute über den Brenner die Tourist:innen aus Deutschland abschrecken. Um bis zu zwei Stunden verlängert sich durch die Straßenbauarbeiten die Fahrt mit dem Auto. „Selbst diejenigen, die einen Zweitwohnsitz haben, kommen also nicht jedes Wochenende hierher", so Pasqualini.

„Es gibt jedoch einen Wandel bei den Touristenströmen. "Mittlerweile kommen mehr Gäste aus Nordeuropa", konstatiert der Handelsverbandsvertreter, der selbst das Eiscafé "Cristallo" am Gardasee betreibt. Es finde jedoch nicht einfach nur ein Nationenwechsel statt, auch die Art des Urlaubs ändere sich. Die neuen Gäste, vor allem aus Dänemark und den Niederlanden, würden lieber zelten als in Hotels zu übernachten. Und sie blieben eher auf den Campingplätzen, als in die Gassen zum Shopping oder zum Aperitif-Trinken zu kommen.


Drei Viertel aller Italien-Urlauber an den Mega-Hotspots

Wie der "Stern" weiter meldet, sieht es insgesamt für Handel und Gastronomie am Gardasee allerdings nicht so schlecht aus. In den vergangenen zehn Jahren sei der Tourismus dort deutlich gewachsen. An den 23 Ufergemeinden, die in den Regionen Lombardei, Venetien und Trentino-Südtirol liegen, legten demnach seit 2014 die Übernachtungen um 27 Prozent zu.

Nach Angaben des italienischen Tourismusministeriums verteilen sich jedoch 75 Prozent der Feriengäste auf nur vier Prozent der Landesfläche. Demnach zählen von den Städten Venedig, Florenz und Rom zu den Besuchermagneten, und von den Regionen Südtirol sowie nach wie vor der Gardasee.


Verwendete Quellen:

corrieredelveneto.corriere.it/: "L’amara estate del Garda: 'Mancano italiani e tedeschi, gli ospiti del Nord Europa se ne stanno nei campeggi'"

stern.de: "Gardasee: Dem Sehnsuchtsort gehen die deutschen Besucher aus"

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