Hollywood
Warmlaufen für die Oscars: "One Battle After Another" dominiert bei Golden Globes 2026
Veröffentlicht:
von Jacqueline BittlSara Murphy (von links nach rechts), Teyana Taylor, Paul Thomas Anderson und Chase Infiniti von "One Battle After Another".
Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
"One Battle After Another" ging als großer Sieger aus der Golden-Globe-Nacht hervor. Der Auftakt der Hollywood-Trophäensaison verspricht damit ein spannendes Rennen bis zur Oscar-Verleihung.
Das Wichtigste in Kürze
"One Battle After Another" von Paul Thomas Anderson war mit vier Auszeichnungen, darunter bester Film (Komödie) und beste Regie, der große Gewinner der Golden Globes.
Timothée Chalamet gewann für "Marty Supreme" seinen ersten Golden Globe, während "Hamnet" als bestes Filmdrama ausgezeichnet wurde.
Politische Statements blieben bei der Gala weitgehend zurückhaltend.
"One Battle After Another" ging als großer Sieger aus der Golden-Globe-Nacht hervor. Der eigenwillige, schwarzhumorige Politthriller von Regisseur Paul Thomas Anderson wurde in der Nacht zu Montag (12. Januar) mit insgesamt vier Auszeichnungen geehrt.
Der knapp dreistündige Film gewann den wichtigsten Globe als beste Komödie sowie Preise für die beste Regie, das beste Drehbuch und für Nebendarstellerin Teyana Taylor. Mit insgesamt neun Nominierungen war "One Battle After Another" als klarer Favorit gestartet. Für Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio reichte es allerdings nicht für eine Auszeichnung.
Timothée Chalamet feiert seinen ersten Golden Globe
Über seinen ersten Golden Globe konnte sich dagegen Timothée Chalamet freuen. Der 30-Jährige wurde als bester Hauptdarsteller in einer Komödie oder einem Musical für seine Rolle als ehrgeiziger Tischtennisspieler in der Tragikomödie "Marty Supreme" ausgezeichnet. Auf der Bühne zeigte er sich sichtlich erleichtert und dankbar, bei seiner fünften Nominierung erstmals eine Trophäe mit nach Hause zu nehmen.
In der Kategorie Filmdrama setzte sich "Hamnet" von Regisseurin Chloé Zhao durch. Der Film ließ unter anderem "Frankenstein", "Ein einfacher Unfall" und "Sentimental Value" hinter sich. Jessie Buckley gewann für ihre Darstellung der Ehefrau William Shakespeares, die gemeinsam mit ihm den Tod ihres Sohnes Hamnet verarbeitet, ihren ersten Golden Globe.
Zurückhaltende politische Töne bei der Gala
Moderatorin Nikki Glaser eröffnete die 83. Golden-Globe-Verleihung mit einem sarkastischen Kommentar und bezeichnete die Show als "die wichtigste Sache, die gerade in der Welt passiert". Gleichzeitig nahm sie die Trump-Regierung ins Visier und spottete mit Blick auf geschwärzte Akten im Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein: "Und der Golden Globe für den besten Schnitt geht an das Justizministerium."
Abgesehen davon blieb die Bühne weitgehend frei von deutlichen politischen Botschaften. Einige Preisträger:innen riefen in ihren Dankesreden dazu auf, Gutes zu tun und den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben, schärfere Proteste blieben jedoch aus.
Einzelne Stars wie Mark Ruffalo und Jean Smart setzten mit Ansteckern mit der Aufschrift "Ice Out" oder "Be Good" Zeichen gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE, nachdem bei einem Einsatz in Minnesota die US-Amerikanerin Renee Nicole Good erschossen worden war.
Politische Sprengkraft des Hauptgewinners
Der politische Gehalt des Abends zeigte sich vor allem im Erfolg von "One Battle After Another". Mit einem prominenten Ensemble um Leonardo DiCaprio, Sean Penn und Teyana Taylor erzählt Paul Thomas Anderson von militanten linken Aktivisten, angeführt vor allem von selbstbewussten schwarzen Frauen.
In einer autoritär geprägten, rassistischen Gesellschaft mobilisieren sie gegen Abtreibungsverbote und setzen sich für offene Grenzen ein. Die satirische Erzählweise wirkt dabei stellenweise wie ein direkter Kommentar zur politischen Realität im Amerika Donald Trumps.
Auszeichnungen für Skarsgård und Moura
Stellan Skarsgård wurde als bester Nebendarsteller geehrt. Der 74-jährige Schwede überzeugte im Familiendrama "Sentimental Value" von Joachim Trier als Vater, der den Kontakt zu seinen Töchtern verloren hat. In seiner Dankesrede zeigte er sich überrascht und scherzte, er habe sich selbst für zu alt für einen solchen Preis gehalten. Zugleich freute er sich darüber, dass ein kleiner norwegischer Film ohne großes Budget internationale Aufmerksamkeit erhielt.
Der Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einem Drama ging an Wagner Moura. Der Brasilianer wurde für seine Rolle im Thriller "The Secret Agent" ausgezeichnet. Der Film von Regisseur Kleber Mendonça Filho, der von der Verfolgung eines Akademikers während der Militärdiktatur in den 1970er-Jahren erzählt, gewann zudem den Preis als bester nicht-englischsprachiger Film.
Enttäuschung für deutsche Filmschaffende
Das Drama "In die Sonne schauen" von der Berliner Regisseurin Mascha Schilinski hatte es nicht unter die Nominierten geschafft. Der Film über vier junge Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten auf einem Bauernhof in der Altmark leben, geht für Deutschland ins Rennen um einen Oscar bei der 98. Verleihung im März.
Bei den Golden Globes blieben auch weitere deutsche Hoffnungen unerfüllt. Hans Zimmer war mit seiner Musik für den Rennsportfilm "F1" nominiert, ebenso der in Deutschland geborene britische Komponist Max Richter für den Soundtrack zu "Hamnet". Der Preis für die beste Filmmusik ging an den Schweden Ludwig Göransson für "Blood & Sinners".
Erfolge auch im Fernsehbereich
Die Golden Globes zeichnen traditionell nicht nur Filme, sondern auch TV- und Streamingproduktionen aus. Größter Gewinner im Serienbereich war die Netflix-Produktion "Adolescence". Die in einer einzigen Einstellung erzählte Geschichte einer Mordermittlung unter Jugendlichen wurde als beste Miniserie prämiert. Ferner erhielten Stephen Graham, Owen Cooper und Erin Doherty jeweils einen Schauspielpreis.
Glamouröse Gala mit zahlreichen Stars
Die Veranstalter bewerben die Golden Globes gerne als "Hollywoods Party des Jahres". Entsprechend hochkarätig fiel das Staraufgebot bei der mehr als dreistündigen Gala aus. Ariana Grande erschien in einer eleganten schwarzen Robe, Kate Hudson in einem silbernen Kleid, Jennifer Lawrence zeigte sich besonders freizügig. Auch George Clooney mit Ehefrau Amal sowie Selena Gomez an der Seite von Benny Blanco gehörten zu den prominenten Gästen auf dem roten Teppich.
Rückenwind für das Oscar-Rennen
Mit ihren Erfolgen dürften "One Battle After Another" und "Hamnet" ihre Chancen im Rennen um die Oscars deutlich verbessert haben. Die Abstimmung über die Oscar-Nominierungen beginnt unmittelbar nach der Golden-Globe-Nacht. Mehr als 10.000 Mitglieder der Academy stimmen ab, deutlich mehr als beim vergleichsweise kleinen Kreis von rund 400 internationalen Journalist:innen, die über die Globes entscheiden.
Die Nominierungen für Hollywoods wichtigsten Filmpreis werden am 22. Januar bekannt gegeben. Die 98. Oscar-Verleihung ist für den 15. März angesetzt.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und vor der Veröffentlichung von der Redaktion sorgfältig geprüft.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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