Social Media als Problem

Viele Jugendliche sehen Social-Media-Sucht im Umfeld

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

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Griechenland plant Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Videoclip • 01:25 Min • Ab 12


Stundenlang durch TikTok scrollen, Instagram-Storys anschauen oder immer wieder aufs Smartphone blicken: Für viele Jugendliche sind soziale Netzwerke aus dem Alltag kaum wegzudenken. Doch die intensive Nutzung hat offenbar auch ihre Schattenseiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Jugendliche haben den Eindruck, dass Menschen in ihrem persönlichen Umfeld von sozialen Netzwerken abhängig sind.

  • Studien zeigen, dass die Nutzung sozialer Medien für zahlreiche Kinder und Jugendliche zunehmend problematisch wird.

  • Trotz intensiver Nutzung setzen sich viele junge Menschen kritisch mit sozialen Netzwerken auseinander und ziehen teilweise Konsequenzen.

Viele junge Menschen meinen: In meinem Umfeld gibt es Menschen, die süchtig nach sozialen Medien sind.

Bild: Elisa Schu/dpa


Wie verbreitet das Problem inzwischen wahrgenommen wird, zeigt die "Jugend-Digitalstudie 2026" der Postbank. Demnach glauben acht von zehn Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren, dass mindestens eine Person in ihrem Umfeld süchtig nach sozialen Medien ist.

Dabei nehmen Mädchen und junge Frauen das Problem etwas häufiger wahr als Jungen und junge Männer. Während 82 Prozent der weiblichen Befragten von einer entsprechenden Abhängigkeit im Bekanntenkreis ausgehen, sind es bei den männlichen Teilnehmern 78 Prozent.


Hunderttausende Kinder und Jugendliche von Social-Media-Sucht betroffen

Doch wann wird die Nutzung sozialer Netzwerke tatsächlich problematisch? Ein mögliches Warnsignal ist, wenn Betroffene deutlich mehr Zeit auf Plattformen verbringen als ursprünglich geplant und dadurch andere Lebensbereiche vernachlässigen. Dass es sich dabei keineswegs um ein seltenes Phänomen handelt, verdeutlichen Untersuchungen der Krankenkasse DAK-Gesundheit.

Demnach nutzt mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen soziale Medien in einem riskanten oder bereits krankhaften Ausmaß. Rund 350.000 junge Menschen gelten laut den Angaben als abhängig. Zudem nimmt das Suchtverhalten zu. Auch Erwachsene sind betroffen. Forschende der Ruhr-Universität Bochum stellten bei mehr als einem Viertel der untersuchten Personen eine "suchtartige Nutzung" fest.


Jugendliche ziehen bei Hass und Falschinformationen Konsequenzen

Allerdings stehen junge Menschen sozialen Netzwerken nicht ausschließlich unkritisch gegenüber. Das zeigen weitere Ergebnisse der Postbank-Befragung. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer:innen hat demnach bereits einen abonnierten Kanal verlassen, weil dort aus ihrer Sicht zu viele aggressive oder unwahre Inhalte verbreitet wurden.

Etwas mehr als ein Drittel deaktivierte aus ähnlichen Gründen sogar zeitweise das eigene Profil und legte damit eine Pause von der jeweiligen Plattform ein. Allerdings griffen im Vergleich zu den beiden Vorjahren etwas weniger Jugendliche zu dieser Maßnahme.

Auch in den News:

David Dommel, Leiter digitales Performance-Marketing der Postbank, sieht in den Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass junge Menschen die Gefahren sozialer Netzwerke durchaus kritisch hinterfragen. Für die nach Angaben der Postbank repräsentative "Jugend-Digitalstudie 2026" wurden im Juli insgesamt 1.000 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren über das Online-Panel Toluna befragt.


Verwendete Quellen:

Nachrichtenagentur dpa

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