Bauwerke und Natur

Die fünf schönsten UNESCO-Welterbestätten Deutschlands

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

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Bayerische Königsschlösser sind UNESCO-Welterbe

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Prächtige Schlösser, mittelalterliche Altstädte und einzigartige Naturlandschaften: In Deutschland gibt es derzeit 55 UNESCO-Welterbestätten. Zum 80. Jahrestag des Inkrafttretens der UNESCO-Verfassung stellen wir fünf davon vor.

UNESCO-Welterbe – Fast 1.300 Orte, Landschaften oder Bauwerke in 173 Ländern

Ein UNESCO-Welterbe ist ein Ort, eine Landschaft oder ein Bauwerk von außergewöhnlicher Bedeutung für die Menschheit. Um anerkannt zu werden, muss eine Stätte mindestens eines von zehn Kriterien erfüllen. Dazu gehören etwa herausragende Baukunst, eine besondere geschichtliche Bedeutung oder einzigartige Natur- und Lebensräume.

Zuständig ist die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Sie wurde 1945 gegründet, ihre Verfassung trat am 4. November 1946 in Kraft.

Die UNESCO setzt sich für den internationalen Schutz bedeutender Kultur- und Naturstätten ein. Über die Aufnahme entscheidet das Welterbekomitee der Organisation nach einer Prüfung durch internationale Fachleute. Die Vorschläge reichen die einzelnen Staaten ein.

Derzeit umfasst die Welterbeliste 1.273 Kultur- und Naturstätten in 173 Ländern. 55 davon befinden sich in Deutschland.

Die erste deutsche UNESCO-Welterbestätte war übrigens der Aachener Dom. Er wurde 1978 in die Liste aufgenommen. Zuletzt kamen 2025 die Schlösser König Ludwigs II. in Bayern dazu. Im Juli 2026 wurde zudem die bestehende Welterbestätte "Siedlungen der Berliner Moderne" um die Waldsiedlung Zehlendorf erweitert.

Fünf sehenswerte UNESCO-Welterbestätten in Deutschland

Das Schloss Neuschwanstein steht auf einem bewaldeten Felsen vor dem Panorama der Alpen.

Bild: imagebroker


Märchenschloss: Neuschwanstein in Bayern

Mit seinen Türmen und Zinnen sowie der malerischen Lage vor den Alpen ist Schloss Neuschwanstein eines der bekanntesten Bauwerke Deutschlands.

König Ludwig II. ließ das Bauwerk ab 1869 errichten, als Rückzugsort und Ausdruck seiner romantischen Vorstellungen. Heute gehört es zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Überraschenderweise zählt es erst seit Juli 2025 zum UNESCO‑Welterbe – zusammen mit Schloss Linderhof, Schloss Herrenchiemsee und dem Königshaus am Schachen.

Die Bamberger Altstadt mit dem Alten Rathaus, das über zwei Brücken erreichbar ist.

Bild: Ardan Fuessmann


Historische Altstadt: Bamberg

Verwinkelte Gassen, Fachwerkhäuser und das berühmte Alte Rathaus mitten in der Regnitz prägen die fränkische Stadt. Die Altstadt von Bamberg ist besonders gut erhalten und zeigt, wie eine mitteleuropäische Stadt im Mittelalter aussah.

Sehenswert ist auch das Viertel "Klein Venedig" mit seinen historischen Fischerhäusern direkt am Flussufer. Seit 1993 reiht sich die Altstadt in die Bauwerke des UNESCO-Welterbes ein.

Das Wattenmeer erstreckt sich entlang der Nordseeküste der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks.

Bild: Sina Schuldt/dpa


Naturwunder: Das Wattenmeer

Bei Ebbe werden im Wattenmeer riesige Wattflächen freigelegt, die bei Flut wieder vom Meer überspült werden. Das Wattenmeer reicht entlang der Nordseeküste von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark und umfasst rund 11.500 Quadratkilometer.

Es gilt als größtes zusammenhängendes Wattgebiet der Welt und bietet zahlreichen Tierarten einen Lebensraum. Unter anderem ist es ein wichtiger Rastplatz für Millionen Zugvögel.

Seit 2009 gehört das deutsch-niederländische Wattenmeer zum UNESCO-Welterbe. 2014 kam das dänische Wattenmeer hinzu.

Der Bau des Kölner Doms dauerte fast 600 Jahre.

Bild: Oliver Berg/dpa


Beeindruckendes Gotteshaus: Der Kölner Dom

Mehr als 157 Meter ragen die beiden Türme des Kölner Doms in die Höhe. Der Bau der gotischen Kathedrale begann bereits 1248, vollendet wurde sie jedoch erst 1880 – mehr als 600 Jahre später. Im Inneren befindet sich der reich verzierte Dreikönigenschrein, der die Gebeine der Heiligen Drei Könige enthalten soll.

Heute ist der Dom eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands mit jährlich rund sechs Millionen Besucher:innen. Seit 1996 steht er auf der UNESCO-Welterbeliste.

Herkulesbauwerk, Neptunbassin und die Großen Kaskaden im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel sind ein spektakulärer Anblick.

Bild: blickwinkel


Spektakuläre Parkanlage: Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel

Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel ist eine der außergewöhnlichsten historischen Parkanlagen Europas. Seine Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ab 1696 ließ Landgraf Karl von Hessen-Kassel die Anlage gestalten und schrittweise erweitern.

Heute gilt der rund 560 Hektar große Park als größter Bergpark Europas. Besonders beeindruckend sind die mehr als 300 Jahre alten Wasserspiele: Rund 750.000 Liter Wasser fließen ohne Pumpen über Kaskaden und Wasserfälle talwärts. Den Abschluss bildet eine mehr als 50 Meter hohe Fontäne.

Seit 2013 ist der Park ein UNESCO-Welterbe.


Alle 55 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland im Überblick

  • Aachener Dom (1978)

  • Speyerer Dom (1981)

  • Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz (1981)

  • Wallfahrtskirche "Die Wies" (1983)

  • Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl (1984)

  • Dom und Michaeliskirche in Hildesheim (1985)

  • Römische Denkmale, Dom und Liebfrauenkirche in Trier (1986)

  • Hansestadt Lübeck (1987)

  • Grenzen des Römischen Reiches – Obergermanisch-Raetischer Limes (2005)

  • Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin (1990/1992/1999)

  • Kloster Lorsch und Altenmünster (1991)

  • Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft (1992 und 2010)

  • Altstadt von Bamberg (1993)

  • Klosteranlage Maulbronn (1993)

  • Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg (1994)

  • Völklinger Hütte (1994)

  • Fossilienlagerstätte Grube Messel (1995)

  • Kölner Dom (1996)

  • Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau (1996 und 2017)

  • Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg (1996)

  • Klassisches Weimar (1998)

  • Museumsinsel Berlin (1999)

  • Wartburg (1999)

  • Gartenreich Dessau-Wörlitz (2000)

  • Klosterinsel Reichenau (2000)

  • Zeche Zollverein in Essen (2001)

  • Altstädte von Stralsund und Wismar (2002)

  • Oberes Mittelrheintal (2002)

  • Rathaus und Roland auf dem Marktplatz von Bremen (2004)

  • Muskauer Park (2004)

  • Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof (2006)

  • Siedlungen der Berliner Moderne (2008 und 2026)

  • Wattenmeer (2009)

  • Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (2007/2011)

  • Fagus-Werk in Alfeld (2011)

  • Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (2011)

  • Markgräfliches Opernhaus Bayreuth (2012)

  • Bergpark Wilhelmshöhe (2013)

  • Karolingisches Westwerk und Civitas Corvey (2014)

  • Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus in Hamburg (2015)

  • Das architektonische Werk von Le Corbusier (2016)

  • Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb (2017)

  • Archäologischer Grenzkomplex Haithabu und Danewerk (2018)

  • Naumburger Dom (2018)

  • Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří (2019)

  • Augsburger Wassermanagement-System (2019)

  • Mathildenhöhe Darmstadt (2021)

  • SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz (2021)

  • Grenzen des Römischen Reiches – Niedergermanischer Limes (2021)

  • Grenzen des Römischen Reiches – Donaulimes, westlicher Abschnitt (2021)

  • Bedeutende Kurstädte Europas, darunter Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen (2021)

  • Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt (2023)

  • Residenzensemble Schwerin (2024)

  • Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine (2015/2024)

  • Schlösser König Ludwigs II. von Bayern: Neuschwanstein, Linderhof, Schachen und Herrenchiemsee (2025)


Verwendete Quellen:

UNESCO: "World Heritage List"

UNESCO: "Die UNESCO-Welterbeliste"

"Welterbe Deutschland"-Webseite

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