25-Jährige vor Gericht
Tübingen: Mutter soll Frühchen heimlich Koffein verabreicht haben
Veröffentlicht:
von Andrea E.:newstime
So arbeitet die Polizei in Deutschland
Videoclip • 01:46 Min • Ab 12
Eine Mutter soll in einer Klinik in Tübingen ihren frühgeborenen Sohn mit einer Überdosis Koffein in Lebensgefahr gebracht haben. Deshalb steht die 25-Jährige jetzt wegen versuchten Mordes vor Gericht. Als Motiv vermutet die Anklage den Wunsch nach Aufmerksamkeit.
Das Wichtigste in Kürze
Eine 25-jährige Mutter muss sich aktuell vor dem Landgericht Tübingen verantworten.
Ihr wird vorgeworfen, ihrem Neugeborenen eine hohe Dosis Koffein verabreicht zu haben.
Im Raum steht der Verdacht des Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms.
Eine 25 Jahre alte Frau steht ab heute vor dem Landgericht Tübingen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt sie, ihren frühgeborenen Sohn während dessen Behandlung im Krankenhaus mit einer zu hohen Dosis Koffein in Lebensgefahr gebracht zu haben.
Bisher sind für den Prozess acht Verhandlungstage geplant. Mitte Oktober könnte eine Entscheidung in dem Verfahren fallen.
Auch in den News:
Drama in Intensivstation in Tübingen
Der Junge lag zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Vorfalls auf einer Intensivstation einer Klinik in Tübingen. Dort soll die Mutter ihrem Sohn unbemerkt eine Überdosis Koffein verabreicht haben.
Die Folgen sollen gravierend gewesen sein: Nach Angaben des Gerichts schwebte das Frühchen mehrere Tage in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft vermutet hinter der mutmaßlichen Tat den Wunsch der 25-Jährigen, selbst mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten.
Ähnlicher Prozess in Heidelberg
Bereits im vergangenen Jahr beschäftigte ein vergleichbarer Fall die Justiz in Heidelberg. Eine damals 26-jährige Mutter erhielt eine dreijährige Haftstrafe. Ihr wurde vorgeworfen, ihrer drei Jahre alten Tochter wiederholt Keime über einen Venenzugang verabreicht zu haben.
Ein Sachverständiger brachte in diesem Verfahren das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom als mögliche Erklärung ins Spiel. Bei dieser Störung machen Eltern ihre Kinder gezielt krank, um dadurch Anerkennung zu erhalten und gegenüber anderen als besonders fürsorglich zu erscheinen.
Verwendete Quellen:
Nachrichtenagentur dpa
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