An Naturschwimmbecken
Erneut Riesenwellen auf Teneriffa: Vier Menschen sterben
Aktualisiert:
von dpa:newstime
Riesenwelle tötet Tourist:innen auf Teneriffa
Videoclip • 01:10 Min • Ab 12
Im Herbst und Winter treffen immer wieder Riesenwellen auf die Kanarischen Inseln im Atlantik. Wer nicht aufpasst, kann ins Meer gerissen werden. Genau das ist jetzt wieder passiert.
Das Wichtigste in Kürze
Die Behörden auf Teneriffa warnten bereits frühzeitig vor hohen Wellen - das Schwimmbecken, in dem die vier Menschen ertranken, war abgesperrt.
Eine Frau, die nach dem Unglück zunächst ins Krankenhaus eingeliefert worden war, ist nun gestorben.
Auf der Kanareninsel kommt es oft zu unvorhersehbaren großen Wellen - dabei sind bereits im November drei Menschen gestorben.
Die Zahl der Todesopfer durch hohe Wellen auf der Ferieninsel Teneriffa hat sich Medienberichten zufolge auf vier erhöht. Eine Frau, die zunächst noch in ein Krankenhaus geflogen worden war, sei dort gestorben, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE. Am Sonntag (7. Dezember) hatten Rettungskräfte drei Menschen nur noch tot bergen können, die von gewaltigen Wellen ins Meer gerissen worden waren. Nach einer fünften Person, bei der es sich um eine Frau handele, werde weiter gesucht.
Die Menschen waren in einem Naturschwimmbecken im Westen der spanischen Urlaubsinsel von den hohen Wellen überrascht worden. Die Wellen stiegen den Angaben nach in das durch eine Steinmauer vom offenen Meer getrennte Schwimmareal ein und brandeten gegen umliegende Felsen. Anschließend habe der Sog des ins Meer zurückströmenden Wassers Menschen mitgerissen.
Zunächst gerettete Frau starb später
Bei zwei der bestätigten Todesopfer handelte es sich um Slowaken, wie die staatliche slowakische Nachrichtenagentur TASR unter Berufung auf Angaben des Außenministeriums in Bratislava meldete. Eine weitere Person mit slowakischer Staatsbürgerschaft sei verletzt worden. Einer der Männer sei 35 Jahre alt gewesen, die Frau 55. Nähere Details zu den Identitäten wurden vorerst nicht genannt. Zur Herkunft der anderen Todesopfer des Unglücks bei Los Gigantes in der Region Santiago del Teide gab es zunächst keine offiziellen Angaben.
Bei der vierten Toten handele es sich um eine Frau, die am Sonntag (7. Dezember) nach einem Herzstillstand zunächst wiederbelebt werden konnte und in ein Krankenhaus geflogen worden war.
Warnung vor hohem Wellengang lag seit Tagen vor
Die Behörden hatten seit Freitag (5. Dezember) vor hohem Wellengang an den Küsten mehrerer Inseln gewarnt. Das Naturschwimmbad war nach Medienberichten abgesperrt. Die Gefahr wird jedoch leicht unterschätzt, weil hohe Wellen auch bei ruhigem, windstillem Wetter auftreten können. Sie bauen sich durch weit entfernte Stürme im Atlantik auf und krachen dann ungebremst auf die steil aus dem Meer aufsteigenden Kanarischen Inseln, die vulkanischen Ursprungs sind.
Erst vor etwa einem Monat, am 8. November, hatten mehrere Riesenwellen auf Teneriffa zahlreiche Menschen ins Meer gespült - darunter auch viele Tourist:innen, vor allem aus Frankreich. Bei den verschiedenen Zwischenfällen an den Küsten kamen damals drei Menschen ums Leben. Insgesamt 15 wurden verletzt.
Die Küsten der Kanaren gelten als gefährlich. Insgesamt wurden auf allen Kanaren-Inseln seit Januar Medienberichten zufolge etwa 60 Ertrunkene gezählt.
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