Notfall über dem Atlantik

Stechender Geruch zwingt Swiss-Jet zur Landung auf den Azoren

Veröffentlicht:

von Claudia Scheele

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Videoclip • 01:00 Min • Ab 12


Ein Swiss-Flug von Chicago nach Zürich musste über dem Atlantik den Kurs ändern. Grund war ein stechender Geruch in der Economy Class. Alle 238 Menschen an Bord blieben unverletzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Swiss-Flug von Chicago nach Zürich landete wegen eines stechenden Geruchs vorsorglich auf der Azoreninsel Terceira.

  • Die Crew setzte den Notfallcode 7700, alle 222 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder konnten das Flugzeug unverletzt verlassen.

  • Swiss untersucht die Ursache und setzt ein Ersatzflugzeug ein; dadurch wurden zwei weitere Chicago-Flüge gestrichen.

Eine Boeing 777-300ER der Schweizer Airline Swiss ist auf dem Weg von Chicago nach Zürich auf den Azoren gelandet. An Bord des Fluges LX9 befanden sich 222 Passagiere und 16 Crewmitglieder, wie zunächst "aeroTelegraph" berichtete. Nach Angaben der Airline war in der Economy Class ein stechender Geruch wahrgenommen worden, dessen Ursache zunächst unklar blieb.

Die Cockpitbesatzung entschied sich deshalb für eine Ausweichlandung und setzte in Absprache mit der Flugsicherung den Transpondercode 7700. Die Maschine mit dem Kennzeichen HB-JNF landete um 6.30 Uhr Ortszeit sicher auf dem Flughafen Lajes auf der Azoreninsel Terceira. Alle Menschen an Bord konnten das Flugzeug normal verlassen.


Vorsorgliche Notfallmeldung

Der Code 7700 signalisiert der Flugsicherung einen allgemeinen Notfall. Er kann bei technischen Problemen, Rauch oder Feuer, medizinischen Zwischenfällen, Druckverlust oder anderen ernsten Situationen verwendet werden. Die Aktivierung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine akute Lebensgefahr besteht.

Im Fall des Swiss-Fluges wurde die Luftnotlage laut Airline vorsorglich erklärt, damit die Boeing im Luftraum besondere Priorität erhielt. Die Flugsicherung kann in solchen Fällen andere Flugzeuge umleiten und Rettungs- sowie Feuerwehrkräfte am Zielflughafen bereitstellen.

Fünf Passagiere und ein Crewmitglied ließen sich nach der Landung vorsorglich medizinisch untersuchen. Sie hatten laut Swiss kurzzeitig unter gereizten Augen, Übelkeit oder Kopfschmerzen gelitten. Eine weitere Behandlung sei bei niemandem notwendig gewesen.

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Ursache wird noch untersucht

Die Boeing blieb zunächst auf Terceira. Fachleute von Swiss sollen nun klären, woher der Geruch kam. Die Airline erklärte, man wolle den Abschluss der Untersuchungen abwarten und bis dahin nicht über mögliche Ursachen spekulieren.

Für die Reisenden organisierte Swiss ein Ersatzflugzeug. Die Maschine sollte von Zürich nach Terceira fliegen, die Passagiere und die Crew abholen und sie noch am selben Tag in die Schweiz bringen. Die Ankunft in Zürich war für 22.15 Uhr vorgesehen.

Die Ausweichlandung hatte Auswirkungen auf weitere Verbindungen: Weil das Ersatzflugzeug benötigt wurde, strich Swiss den Flug LX8 von Zürich nach Chicago sowie den anschließenden Rückflug nach Zürich. Die betroffenen Reisenden sollen alternative Reisemöglichkeiten erhalten.


Verwendete Quellen:

aeroTelegraph: "Boeing 777 von Swiss setzt mitten über dem Atlantik Notruf ab und landet auf den Azoren"

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